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5 Jahre iPad mini: Apples unerwünschtes Tablet

Um kleinere Tablets zu bedienen, müsse man sich die Finger abschmirgeln, wetterte Apple-Gründer Steve Jobs noch 2010. Zwei Jahre später stellte Apple dennoch ein iPad mini vor – in Reaktion auf die Konkurrenz.

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5 Jahre iPad mini: Apples unerwünschtes Tablet
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Mit dem iPad mini erweiterte Apple die hauseigene Tablet-Reihe am 23. Oktober 2012 um ein kleineres Modell – zweieinhalb Jahre nach der Einführung des iPads. Statt mit einer Bildschirmdiagonale von 9,7 Zoll, kommt das kompaktere Modell – bis zum heutigen Tag – mit 7,9 Zoll aus. Dies würde Kunden erlauben, das iPad an ganz neuen Orten einzusetzen, erklärte Apples Marketingchef Phil Schiller damals bei der Präsentation.

Android-Hersteller wie Samsung boten zu diesem Zeitpunkt längst kleinere Tablets an, auch Amazon war inzwischen mit dem Kindle Fire in den Tablet-Markt eingestiegen. Nur Apple schreckte lange vor dem kompakten Formfaktor zurück, nachdem der Konzern 2010 mit dem 9,7”-iPad die Grundlage für den modernen Tablet-Markt erst selbst gelegt hatte.

Der Grund: Apple-Gründer Steve Jobs lehnte kleinere Tablets strikt ab. Vor Analysten wetterte Jobs im Jahr 2010, Nutzer müssten sich die Finger mit Sandpapier abschmirgeln, um die kleineren Geräte bedienen zu können. “Man könnte meinen, ein 7-Zoll-Bildschirm würde 70 Prozent eines 10-Zoll-Displays leisten”, so Jobs – das sei aber “weit von der Wahrheit entfernt”. Apple werde kein 7-Zoll-Tablet anbieten, weil “wir ein derartiges Displays für zu klein halten, damit sich Software entfalten kann”.

iPad mini (10 Bilder)

Das iPad mini ist um 23% dünner als das große 9,7-Zoll-iPad.

Apples Führungsriege sah dies offenbar schnell anders, wie eine interne E-Mail zeigt, die Samsung später im großen Patentstreit vor Gericht anführte: Anfang 2011 schrieb Apples Internet-Chef Eddy Cue an andere Spitzenmanager, darunter Apples künftigen CEO Tim Cook, er habe ein Samsung Galaxy ausprobiert und sehe einen Markt für 7”-Tablets. Er habe dies bereits mehrfach an Jobs herangetragen und dieser zeigte sich zuletzt “empfänglich” dafür, so Cue.

Apples interne E-Mail – von Samsung im großen Patentprozess ausgegraben

(Bild: http://allthingsd.com/20120803/apples-eddy-cue-saw-market-for-7-inch-tablet-in-2011-said-should-do-one/?mod=tweet )

Bei der Einführung stellte Apples Marketingchef das iPad mini einem Android-Tablet direkt gegenüber und zeigte verschiedene Größenvorteile des 7,9-Zoll-Displays gegenüber dem sonst gängigen 7-Zoll-Bildschirm, etwa beim Browsen im Querformat.

Während das große iPad zeitgleich in der vierten Generation vorgestellt wurde, verharrte das erste iPad mini zu Beginn auf dem Niveau des älteren iPad 2 – entsprechend kurz war die Lebenszeit der ersten mini-Generation – bei iOS 9 ist Schluss.

Mit der zweiten Generation des iPad mini schloss dieses dann aber ein Jahr später unmittelbar zum großen iPad auf – dem iPad Air: Die Spezifikationen sind identisch, mitsamt des A7-Prozessors und Retina-Displays. Die Leistungsparität war allerdings nur von kurzer Dauer: Mit dem iPad mini 3 ließ Apple das kompaktere Tablet wieder hinter den größeren Bruder zurückfallen. Das folgende iPad mini 4 verkauft Apple noch heute unverändert – zwei Jahre nach dem Verkaufsstart im Jahr 2015.

Während Apple dem großen iPad durch eine Pro-Reihe mit Tastatur und Stift sowie iOS 11 neues Leben einhauchte, bleibt das Schicksal der einst von Jobs so vehement abgelehnten Modellreihe ungewiss. Viele der einstigen Mini-Käufer dürften längst auf ein großes iPhone umgestiegen sein. Inzwischen verkauft Apple sogar das im März neu eingeführte 9,7”-iPad billiger als das alte iPad mini.

iPad mini 4 (2015) (4 Bilder)

iPad mini 4

Das iPad mini 4 ist vom Vorgänger kaum zu unterscheiden. Tatsächlich …

(lbe)