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5G-Vorbereitung: Apple baut Chip-Team aus – an Qualcomms Hauptsitz

Nach dem Rauswurf von Qualcomm-Chips aus dem iPhone will Apple nun weitere Funkchipspezialisten am Firmensitz des Konkurrenten anheuern.

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5G-Antenne eines Netzbetreibers auf einem Testgelände – auch Apple führte erste Testäufe in Kalifornien durch.

(Bild: dpa, Oliver Berg)

Apple baut offenbar ein neues Funkchip-Team im kalifornischen San Diego auf – am Firmensitz des Chip-Herstellers Qualcomm. In mehreren frisch veröffentlichten Stellenanzeigen sucht der iPhone-Konzern erstmals an diesem Standort nach Ingenieuren mit Erfahrung in Funktechnik zur Arbeit an "drahtlosen System-on-a-Chip (SoC) Produkten", wie es in der Job-Beschreibung heißt.

Die gesuchten Entwickler sollten mit allen gängigen Funktechniken vertraut sein, wie Apple ausführt, dies reicht der Beschreibung zufolge neben WLAN und Bluetooth über LTE bis hin zur fünften Mobilfunkgeneration (5G) und den Millimeterwellenbereich.

Ob Apples neues Chip-Team in San Diego in eigene Büroräume einzieht oder in den Räumen von Shazam und Emotient Platz findent, sei noch unklar, merkt die Finanznachrichtenagentur Bloomberg an – die beiden letztgenannten Firmen gehören inzwischen Apple.

In Stellenanzeigen sucht der iPhone-Hersteller nach Funkchipspezialisten.

Über Jahre setzte Apple ausschließlich auf Qualcomm-Mobilfunkchips im iPhone. Erst mit dem iPhone 7 kam der Chipriese Intel – neben Qualcomm – mit zum Zug.

Aufgrund eines bitteren Patent- und Lizenzstreits mit Qualcomm hat Apple die Funkchips des Herstellers komplett aus den 2018er iPhones gestrichen und setzt derzeit rein auf Intel als Baseband-Modem-Zulieferer.

Im vergangenen Jahr bat Apple bei der zuständigen US-Regulierungsbehörde um Erlaubnis, experimentelle Mobilfunk-Tests im Millimeterwellenbereich bei 28 und 39 GHz zur Vorbereitung auf 5G durchzuführen – und eine entsprechende Genehmigung erhalten. Dem Antrag zufolge wollte der iPhone-Konzern über einen Zeitraum von einem Jahr Tests mit zwei Transmittern in Kalifornien durchführen, um Daten zur Verwendung von Geräten in den "künftigen 5G-Netzen der Mobilfunkanbieter" zu sammeln.

Die 5G-Testläufe des Konzerns befeuerten die lange kursierende Gerüchte über die Entwicklung eines hauseigenen Baseband-Modems für das iPhone. Apple entwirft immer mehr Chips für iPhone und iPad selbst, dies umfasst neben Prozessor und GPU inzwischen unter anderem auch einen hauseigenen Bildprozessor sowie Performance-Controller. Regelmäßig wird zudem spekuliert, dass der Konzern die ARM-basierte A-Chip-Reihe zum Einsatz in Macs vorbereitet. (lbe)