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APFS: macOS High Sierra warnt nicht vor Backup-Zerschuss

Wer eine externe Festplatte für seine Time-Machine-Sicherung verwendet, sollte diese keinesfalls in Apples neues Dateisystemformat umwandeln. Dieses ist nach wie vor inkompatibel – ohne dass das Betriebssystem dies dem Nutzer sagt.

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APFS: macOS High Sierra warnt nicht vor Backup-Zerstörung

Time-Machine-Einstellungen unter macOS.

(Bild: Apple)

macOS High Sierra hat mit Version 10.13.3 mittlerweile das vierte Release hinter sich – und dennoch warnt das Betriebssystem Nutzer immer noch nicht vor einem schwerwiegenden Problem im Zusammenhang mit der eingebauten Backup-Technik Time Machine. Letztere ist nämlich nach wie vor nicht zu Apples neuem Standarddateisystem APFS (Apple File System) kompatibel, in das als Hauptmedium dienende SSDs automatisch bei der Installation konvertiert werden.

Kommen Nutzer auf die Idee, eine externe Time-Machine-Platte vom alten Dateisystem HFS+ nach APFS zu wandeln, ist dies im Festplattendienstprogramm jedoch nach wie vor problemlos möglich – es erscheint kein Hinweis, dass man sich damit das Backup zerschießt, obwohl das Betriebssystem Time-Machine-Platten problemlos erkennen könnte. Die Konvertierung sollte man aber unbedingt unterlassen, zumal APFS bei mechanischen Festplatten auch keine echten Vorteile bietet.

Es ist nach wie vor ungeklärt, ob sich Time Machine eines Tages mit APFS-Laufwerken nutzen lassen wird, Apple hat sich bislang nicht geäußert. Aktuell unterstützt das Dateisystem die für Apples Backup-Technik notwendigen Hard Links nicht – sie sind nach einer Konvertierung von HFS+ nach APFS nicht mehr nutzbar, da APFS nur symbolische Links (Soft Links) kennt, Hard Links aber nicht korrekt in diese umzuwandeln scheint.

Damit funktioniert das Time-Machine-Arbeitsprinzip nicht: Beim ersten Anlegen eines Backups werden hierbei alle Daten gesichert, bei späteren Backup-Vorgängen hingegen bereits gesicherte Dateien mittels harter Verknüpfungen eingebunden und nur neue Dateien frisch geschrieben.

Wer nun eine Time-Machine-Platte von HFS+ nach APFS wandelt, findet anschließend ein großes Suchrätsel vor. Zwar zerstört die Konvertierung die auf der Platte gespeicherten Daten nicht, doch die nicht mehr funktionierenden Hard Links sorgen dafür, dass man einzelne Dateien in Backups nur noch schwer auffinden kann.

Öffnet man diese dann im Finder, erscheint die Fehlermeldung, dass die Originaldatei nicht mehr vorhanden zu sein scheint. Tools, die bei der Wiederherstellung helfen, existieren bislang noch nicht. Zudem lässt sich eine Time-Machine-Platte nach der Konvertierung nach APFS nicht mehr als Backup-Medium nutzen – eben wegen besagter Inkompatibilität. (bsc)