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ARM-CPUs für Mac: Apple prüft angeblich Wechsel

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Apple arbeitet laut einem Medienbericht gezielt daran, auch in seinen Computern auf eigene Prozessoren mit ARM-Architektur statt der heutigen CPUs von Intel umzusteigen, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Prozessoren, die auf der Architektur des britischen Chip-Designers ARM beruhen, treiben heute bereits so gut wie alle Smartphones und Tablets. Apple könnte damit eine einheitliche Plattform für alle Produkte anbieten.

Chips auf ARM-Basis sind deutlich stromsparender als bisherige Prozessoren von Intel und haben deswegen auch den Markt für mobile Geräte erobert. Apples Prozessoren A4, A5 und der aktuelle A6 beruhen auf der ARMv7-Architektur. ARM-CPUs gelten aber gemeinhin als nicht so leistungsstark wie Intel-Prozessoren. ARM hat vor wenigen Tagen allerdings die ersten Designs nach der neuen, 64-bittigen ARMv8-Architektur vorgestellt; Cortex A-53 und A-57 sollen entweder geringere Leistungsaufnahme oder höhere Performance bei gleicher Leistungsaufnahme wie frühere Designs bieten; sie sind nicht nur für Mobilgeräte, sondern auch für Server gedacht. AMD hat bereits angekündigt, Opteron-CPUs mit ARMv8-Architektur zu bauen. Geräte mit Cortex A-15, der etwa in Googles neuem Chromebook oder im Android-Tablet Nexus 10 eingesetzt wird, demonstrierten zudem, dass diese CPUs schneller arbeiten als aktuelle Atom-Prozessoren von Intel.

Ein Komplett-Umstieg von Apple auf ARM-Prozessoren dürfte aber noch Jahre dauern und es sei unsicher ob der Plan überhaupt klappt, hieß es bei Bloomberg. Zum einen müssen die ARM-Designs genug Rechenkraft liefern, um auch anspruchsvollen Anwendungen auf Desktop-PCs und Workstations zu genügen. Zum anderen muss natürlich die Software für Mac OS X erneut umgeschrieben werden – Microsoft steht gerade vor einem ähnlichen Problem, da die normale Windows-Software nicht auf seinem Surface-Tablet läuft, da es ebenfalls einen ARM-Prozessor einsetzt. Apple hat aber bereits beim Schwenk auf Intel-CPUs viele Erfahrungen gesammelt, wie solch ein Übergangsprozess relativ reibungslos zu gestalten wäre. Einige der Bloomberg-Quellen halten den Schwenk für unausweichlich: Wenn Apple den Kunden in den kommenden Jahren ein nahtloses Angebot quer über alle Gerätearten wie Computer, Smartphones, Tablets und Fernseher hinweg bieten wolle, wäre das mit einer einheitlichen Chip-Architektur leichter zu schaffen.

Über Apples Experimente mit ARM-Chips für Computer wird schon seit einiger Zeit spekuliert. Der Konzern befeuerte die Gerüchte vor wenigen Tagen selbst. Beim Umbau der Chefetage wurde ein neuer Technik-Bereich gegründet, der vom langjährigen Hardware-Strategen Bob Mansfield geführt wird. Die Sparte habe ambitionierte Pläne im Halbleiter-Bereich, erklärte Apple laut dpa. Mansfield habe schon vorherige Versuche mit zum Wechsel der Chip-Plattform in Computern geleitet und bekomme nun mehr Mitarbeiter, berichtet Bloomberg.

Die Intel-Aktie fiel am Montag im nachbörslichen Handel um ein gutes Prozent. Der Verlust von Apple als Kunden wäre zwar vom Geschäftsumfang her zu verschmerzen, doch das Signal wäre verheerend: Schon heute leidet Intel darunter, dass immer mehr Menschen zu mobilen Geräten mit ARM-Chips greifen. Intel findet nur allmählich Zugang zum boomenden Markt der Smartphones und Tablet-Computer, während die PC-Verkäufe schwächeln. Dem Bericht von Bloomberg zufolge wuchs Apples Unzufriedenheit mit dem Stromverbrauch der Intel-Prozessoren Ende 2011 bei der Arbeit an neuen dünneren Notebook-Computern. Schon damals habe Mansfield Intel-Manager über die Arbeit an eigenen Chips informiert. (jk)