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Abzocke durch teure Abonnements: Apple wirft erste Apps raus

Betrüger missbrauchen die Abo-Funktion in iPhone-Apps längst in großem Stil, Apple scheint endlich gegen das Problem vorzugehen.

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App Store

Apple prüft jede App vor der Zulassung, den Nepp mit teuren Abonnements hat dies bislang nicht gestoppt.

(Bild: dpa, Alex Heinl)

Apple hat offenbar mehrere häufig heruntergeladene Abofallen-Apps aus dem App Store entfernt. Die iPhone-Apps versuchten mit fragwürdigen Tricks, den Nutzer zum Abschluss eines Abonnements zu locken: Dafür kommt Apples noch relative junge Probeabo-Funktion zum Einsatz, bei der sich das Abonnement nach einer kostenlosen Testphase automatisch in eine mitunter sehr teure Mitgliedschaft verwandelt, die bis zu mehrere Tausend Euro pro Jahr kosten kann.

Von einer im Magazin Forbes veröffentlichten Liste an Abofallen-Apps ist gut die Hälfte inzwischen nicht mehr im App Store zu finden. Andere werden dort weiterhin zum Download angeboten, haben ihre bisherige Taktik zum Aufdrängen des Abonnements aber abgestellt oder zumindest besser versteckt. Ob Apple nun weiter gezielt gegen den Abo-Nepp vorgehen will, bleibt unklar, Entwickler und Nutzer beklagen das Problem schon seit Monaten.

Kostenloses Ausprobieren führt drei Tage später zum automatischen Abschluss eines Jahresabonnements.

Die Apps blendeten bisher meist sofort nach dem Öffnen einen Button ein, der die kostenlose Nutzung der App verspricht.

Nur im Kleingedruckten wird das automatisch beginnende Abonnement erwähnt, das mitunter zweistellige Euro-Beträge pro Woche kosten kann und dafür oft nur banale Funktionen wie Bildschirmhintergründe oder Wetterinformationen umfasst. Die von Apple in den App-Store-Bestimmungen klar untersagte Taktik wird aber weiterhin in Apps eingesetzt.

Die Nepper setzen offensichtlich darauf, dass der anschließende iOS-Bestätigungsdialog, der den Abo-Preis unter der Gratis-Angabe nochmal klar aufführt, nicht aufmerksam gelesen wird und der Nutzer das Abo schnell abschließt – und den Kauf beispielsweise per Fingerabdruck auf dem Home-Button beim Schließen unbeabsichtigt bestätigt. Den App-Rezensionen zufolge scheint so manchem Anwender der Ablauf des Kaufvorganges nicht klar.

Apple informiert zwar per E-Mail über neu abgeschlossene Abonnements, die dürften aber längst nicht jeder erhalten oder lesen – und möglicherweise wird diesen auch misstraut, denn auch Phisher setzen seit längerem auf vorgebliche Abo-Rechnungen, um erschreckte Empfänger auf Phishing-Seiten zu locken.

App-Abonnements auf iPhone verwalten (6 Bilder)

Um zu Apples Abo-Verwaltung zu gelangen, öffnen Sie den App Store auf iPhone oder iPad und tippen oben rechts Ihr Benutzer-Icon an.

Apples Aboverwaltung ist in den Account-Einstellungen für die eigene Apple-ID verborgen, die sich etwa über den App Store aufrufen lässt. Dort lassen sich Abos – auch Probeabos – jederzeit kündigen. Unberechtigte Abbuchungen reklamiert man am besten direkt unter reportaproblem.apple.com, gewöhnlich wird der Betrag dann zurückgebucht.

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