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Ältere iPhones: Alte App-Versionen installieren, archivieren und weiternutzen

iPhone-Apps auf Mac und PC laden

Inhaltsverzeichnis

iTunes 12.7 verwaltet keine Apps mehr und legt dementsprechend keine Kopien gekaufter Apps auf dem Mac ab. Um weiterhin Ihre Software sichern zu können, laden Sie eine Spezialversion der Medienverwaltung herunter.

Mit der Spezialversion iTunes 12.6 kehrt die App-Verwaltung auf den Mac zurück, die Apple in Version 12.7 gestrichen hat.

Für Business-Kunden, die ihre Apps mit dem Volume-Purchasing-Programm erwerben, stellt Apple auf seinen Support-Seiten eine spezielle iTunes-Version zur Verfügung – inklusive App Store.

Doch auch Privatanwender können sie verwenden: iTunes 12.6 steht für macOS und Windows zum Download bereit – mit einer Ausnahme: Unter macOS 10.15 Catalina funktioniert diese iTunes-Version nicht mehr.

Achtung: Das macOS-Installationspaket überschreibt die bisherige iTunes-Version, auch wenn sie neuer ist. Danach sieht der App Store von weiteren Updates ab, die den App-Bereich erneut entfernen würden.

Mit iTunes 12.6 erhalten Anwender den integrierten App Store und die manuelle Installationsmöglichkeit zurück. Mit ihr können Sie erneut "Einkäufe übertragen", um alte App-Versionen vom iOS-Gerät zu sichern. Dies scheint für die Zukunft die einzige Möglichkeit zu sein, die erworbenen Apps dauerhaft im Zugriff zu behalten.

Ein weiterer Vorteil dieser iTunes-Version: Mit ihr kann man am Desktop iOS-Apps kaufen, um sie selbstständig zu installieren. Dabei fragt der App Store nicht nach kompatiblen Geräten, sondern erwirbt klaglos Versionen, für die kein Gerät mit passendem iOS zugegen ist. Der Clou: Diese erscheinen dann auch auf älteren Geräten in der Kaufhistorie, von wo aus Sie die kompatiblen Versionen herunterladen können.

Ein Beispiel: Sie haben ein iPhone 4, dessen Betriebssystem mit iOS 7.1.2 ausgereizt ist. Darauf lagern viele Apps teilweise musealen Charakters. Sie haben es jedoch niemals mit einem Mac synchronisiert. Nun müssen Sie die Apps sichern, weil Sie das iOS-Gerät wiederherstellen oder durch ein baugleiches Gerät aus zweiter Hand ersetzen wollen. Zunächst bereiten Sie iTunes für diesen Einsatz vor.

iTunes 12.6 archiviert auf Wunsch die Apps eines iOS-Geräts. So hat man sie auch später noch im Zugriff, wenn sie nicht mehr im App Store stehen.

Öffnen Sie dessen Einstellungen und stellen Sie sicher, dass im Reiter "Downloads" die Option "Apps" deaktiviert ist. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass die Medienverwaltung heruntergeladene Apps eigenständig aktualisiert und mit einer – möglicherweise inkompatiblen – neueren Version überschreibt.

Im Menü "Accounts" melden Sie sich mit der Apple-ID an, die auf dem iPhone in den Einstellungen unter "iTunes & App Store" angegeben ist. Anschließend wählen Sie "Autorisierungen/Diesen Computer autorisieren", ebenfalls im Account-Menü. Sonst verweigert iTunes den App-Download. Dann beenden Sie iTunes fürs Erste.

Stellen Sie als nächstes sicher, dass Time Machine (oder ein alternativer Backup-Dienst) den iTunes-Ordner überwacht und Änderungen auf die Datensicherungs-Platte schreibt. Im Finder öffnen Sie (zum Beispiel mit der "Gehe zum Ordner …"-Funktion des Gehe-zu-Menüs, Tastenkürzel Cmd+Shift+G) den Ordner "Musik/iTunes/ iTunes Media/Mobile Applications". Falls Sie bereits andere iOS-Geräte mit diesem Mac synchronisieren, müssen Sie wahrscheinlich aufräumen. Denn iTunes sichert keine App, für die es in diesem Ordner eine neuere Version findet.

Wollen Sie nur ein, zwei Apps retten, entfernen Sie die neuzeitlichen Kopien aus diesem Ordner und legen ihn anderswo ab, etwa in einem neu angelegten "App Quarantäne"-Ordner im Musik-Ordner. Alternativ verschieben Sie vorläufig den gesamten Inhalt, beispielsweise auf eine externe Festplatte. Oder Sie richten sich eine separate Mediathek ein (siehe auch "Vorsicht bei mehreren Apple-IDs" weiter unten).

Nun schließen Sie Ihr iPhone 4 an den Mac an. Höchstwahrscheinlich startet iTunes automatisch, ansonsten klicken Sie auf das iTunes-Icon im Dock oder LaunchPad. Fragt die Medienverwaltung, ob sie den Mac mit dem iPhone synchronisieren soll, klicken Sie auf "Abbrechen", das ist für die Übertragung der iOS-Apps nicht notwendig. Dann wählen Sie "Einkäufe von 'iPhone 4' übertragen" aus dem Menü "Ablage/Geräte". Daraufhin zieht sich iTunes sämtliche Apps vom iPhone und legt sie in unter iOS 7.1.2 funktionierenden Versionen im Ordner "Mobile Applications" ab. Sicherheitshalber klicken Sie gleich auf "Backup jetzt erstellen" im Time-Machine-Menü rechts in der Menüleiste, um die zu Tage geförderten App-Zeitzeugen in der Datensicherung zu verewigen.

Nach kurzer Zeit erscheint eine rote "Update"-Markierung in der rechten oberen Ecke bei einigen der abgerundeten App-Icons.

Das bedeutet, dass iTunes eine neuere Version auf den Servern entdeckt hat. Das ignorieren Sie geflissentlich, sonst war die App-Archäologie für die Katz. Auch ein moderneres iOS-Gerät kann die mühevoll gesicherte Retro-App-Sammlung wieder verschwinden lassen (siehe "Vorsicht bei mehreren Apple-IDs"). In diesem Zustand der iTunes-Mediathek können Sie ohne weiteres ein neues, baugleiches Gerät mit Apps bestücken.

Vor jedem größeren iOS-Update sollten Sie erneut die Käufe übertragen, um stets die abwärtskompatiblen App-Versionen zu sichern.

Mit iTunes 12.6 installiert und sortiert man Apps bequem mit der Maus auf den Homescreens, wie man es sich seit Jahren angewöhnt hat.

iTunes 12.6 bringt noch eine weitere, von vielen Anwendern schmerzlich vermisste Funktion zurück: Sie bekommen Ihre Homescreens angezeigt und können darauf bequem mit der Maus die Apps umsortieren.

Apples Aufräumaktionen der letzten zwei Jahre hatten ihr Gutes, doch verursachten auch einige Kollateralschäden. Inzwischen mag man sich an die ersten iOS-Apps mit Wehmut erinnern, nur um festzustellen, das die damals gekauften Apps gar nicht mehr herunterzuladen sind.

Damit der Verlust nicht erst dann bewusst wird, wenn es zu spät ist, sollten Sie frühzeitig Ihre Apps mit iTunes 12.6 sichern. Nach der einmaligen Installation hält sich der Aufwand dafür in Grenzen. Doch eines ist offensichtlich: Für immer können Sie sich nicht darauf verlassen, dass die iTunes-Server Ihre gekauften Apps zum Download anbieten.

iTunes 12.6 eignet sich für die Sicherung mehrerer iOS-Geräte nur dann, wenn sie alle auf derselben Systemversion laufen. Die Medienverwaltung sichert stets nur eine Version einer App und bevorzugt dabei die neuere. Wer also ein iPad 3 und ein iPhone 5 sein Eigen nennt, wird beim regelmäßigen Übertragen der App-Käufe von beiden Geräten nur die iPhone-5-Apps in passender Version sichern.

Ambitionierte Anwender legen sich für das ältere Gerät eine zweite iTunes-Mediathek an, in die sie zum Synchronisieren des iPads wechseln. So bleiben die Bestände an iOS-Apps getrennt voneinander. Dafür beenden Sie iTunes, um es bei gedrückter Alt-Taste erneut zu starten. Dann fragt das Programm nach, welche Mediathek Sie verwenden wollen, oder ob Sie eine neue anlegen wollen.

Das kostet zusätzlichen Speicherplatz für die doppelte Medienablage (nicht nur Apps, sondern auch Musik und Filme werden getrennt verwaltet). Außerdem beschränkt dies auch die Zahl der mit den iTunes-Inhalten verknüpfbaren Macs: Maximal fünf Autorisierungen erlaubt Apple. Nutzt man eine Mediathek nur sporadisch für eine Apple-ID, empfiehlt es sich, sie nach jeder Verwendung im Menü zu de-autorisieren.

Eine separate Apple-ID für das iPad umgeht dieses Problem, allerdings muss man Medien und Apps für diese dann bei Bedarf neu kaufen. Die Zusatzausgaben umgeht wiederum die Familienfreigabe: Wer seinen Haupt-Account mit einer Kreditkarte verknüpft hat, kann die Einkäufe in bis zu fünf zusätzlichen Apple-IDs nutzen. Auf iPhones, iPads und dem iPod touch ist iOS 8 dafür die Minimalanforderung.

Apropos Minimalanforderungen: Für iCloud Drive bedarf es ebenfalls mindestens iOS 8. Mit einer Apple-ID, die Zwei-Faktor-Authentifizierung verwendet, funktionieren Geräte mit iOS 9 oder neuer.

Wer eine neuere Version als iTunes 12.6 parallel nutzen möchte, etwa um einen HomePod anzusprechen, muss mit zusätzlichen Hürden rechnen. Denn unterschiedliche iTunes-Varianten im selben System duldet macOS nicht. Da hilft nur eine externe Festplatte oder eine zusätzliche Partition mit einem eigenständigen Betriebssystem. Das bedeutet noch mehr Umstände, schließlich muss man den Mac dann zum iTunes-Wechsel komplett neu starten.

Zudem verbraucht ein zusätzliches System immens viel Speicherplatz: Mindestens 20 GByte sollte die Partition eingeräumt bekommen, plus mindestens den Umfang der aktuellen App-Sammlung. Auf einer externen Festplatte oder SSD installiert, macht diese Methode einige Nachteile wieder wett, denn so ist die App-Store-fähige iTunes-Installation unabhängig vom verwendeten Mac.

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(Immo Junghärtchen) / (lbe)