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Verbraucherschützer: Apple soll Arbeiter besser bezahlen, statt eigene Aktien zu kaufen

Verbraucherschutzlegende Ralph Nader hat den iPhone-Hersteller erneut scharf kritisiert. Die Mitarbeiter seiner Zulieferer erreichten nicht das Existenzminimum.

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Aktivist: Apple soll chinesische Arbeiter besser bezahlen, statt Aktien zurückzukaufen

Ralph Nader setzt sich für Verbraucher-, Umwelt- und Arbeitnehmerschutz ein.

(Bild: Ralph Nader, speaking at BYU / Don LaVange / cc-by-sa-2.0)

Apple hat bereits viel Geld dafür eingesetzt, eigene Aktien zurückzukaufen. Weitere 100 Milliarden US-Dollar sollen in das sogenannte Buyback-Programm fließen, kündigte Apple-Chef Tim Cook erst kürzlich bei der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen an. Den Plan hat nun der Verbraucherschutzaktivist Ralph Nader in heftigen Worten kritisiert. Apple könne "so viel mehr" mit seinen "Extramilliarden" machen, sagte er gegenüber US-Medien.

Es ist nicht das erste Mal, dass der 84jährige Anwalt Apples Ansatz kritisiert, mit seinem Geld umzugehen. Nader ist ohl der bekannteste Verbraucherschützer in den USA, setzt sich aber auch für die Umwelt sowie ausreichende Bezahlung von Arbeitnehmern ein. Er hatte in seiner Karriere schon diverse Unternehmensskandale aufgedeckt, so beispielsweise unsichere Autos bei US-Fahrzeughestellern. Er war damit schon in den 60er Jahren ein Pionier, was Verbraucherschutz etwa bei der Auosicherheit anging ("Unsafe at any speed").

Zum US-Sender NPR sagte Nader nun, Apple solle seine Milliarden lieber dafür verwenden, die Arbeiter bei seinen chinesischen Zulieferern besser zu bezahlen. "Das Einkommen, was die chinesischen Arbeiter nach Hause bringen, entsteht unter riesigem Druck seitens der Apple-Vertragspartner und ist auch in China nicht ausreichend, um das Existenzminimum zu decken", sagte er. Weiterhin hätte Apple die Anzahl seiner Mitarbeiter erhöhen können oder seine Pensionskasse aufbessern.

Nader forderte Apple außerdem auf, das Recycling seiner Geräte – also insbesondere Smartphones und Computer – zu verbessern und mehr Geld in "produktive Investitionen", also etwa Forschung und Entwicklung, zu stecken. Auch Dividenden sind laut Nader Aktienrückkäufen gegenüber zu bevorzugen. Apple zahlt zwar seit mehreren Jahren wieder eine, steckt aber mehr Geld in Aktienrückkäufe. (bsc)