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All Writs Act: Apple muss bei iPhone-Durchsuchung helfen

US-Strafverfolger haben sich auf ein 225 Jahre altes Gesetz berufen, um von Apple Hilfe beim Datenzugriff auf ein passwortgeschütztes iPhone zu erhalten – ein Richter hat dies inzwischen angeordnet.

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Die Ermittler wollen Zugriff auf ein passwortgeschütztes iPhone 5s erhalten

(Bild: dpa, Kay Nietfeld)

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Um Zugriff auf iPhone-Daten zu erhalten, haben sich US-Strafverfolger auf den All Writs Act berufen, der in seiner ursprünglichen Form im Jahr 1789 festgeschrieben wurde, wie von Ars Technica publizierte Gerichtsunterlagen zeigen. Das weit gefasste Gesetz erlaube einem Gericht, einer Person oder einem Unternehmen etwas anzuordnen. In diesem Fall hat der zuständige Richter Apple dazu aufgefordert, der Staatsanwaltschaft technische Hilfe bei der Durchsuchung des iPhones eines Beschuldigten zu leisten, das mit einem Passcode geschützt ist.

Der Entscheidung des Bezirksgerichtes zufolge geht es um den Zugriff auf "unverschlüsselte Daten", die auf dem iPhone liegen. Von möglicherweise verschlüsselten Daten könne Apple eine Kopie für die Strafverfolger anfertigen, müsse aber nicht versuchen, diese zu entschlüsseln, schreibt der Richter in seiner Begründung.

Unklar bleibt, welche iOS-Version auf dem Gerät des Beschuldigten installiert ist – bis hin zu iOS 7 kann Apple bestimmte Daten auf richterliche Anordnung hin auslesen, auch wenn ein Passcode gesetzt ist – darunter fallen neben Textnachrichten und Fotos auch Kontakte, Anruflisten und Audioaufzeichnungen. Der Richter in dem genannten Fall benutzt sogar Auszüge der von Apple vorgefertigten Sprachfassung für den Durchsuchungsbeschluss.

In ihrem Schreiben an den Richter betonen die Strafverfolger, dass der All Writs Act bereits in anderen Fällen zur "Entsperrung eines iPhones" zum Einsatz gekommen sei – und Apple diesen Anordnungen "regelmäßig Folge leistet".

Mit iOS 8 hat der iPhone-Hersteller die an PIN oder Kennwort des Nutzers geknüpfte Verschlüsselung von Inhalten auf dem Gerät deutlich ausgeweitet – sie umfasst jetzt unter anderem Textnachrichten sowie Fotos. Nach eigener Angabe ist es dem iPhone-Hersteller dadurch nicht mehr möglich, diese Daten überhaupt auszulesen – auch nicht auf richterlichen Beschluss hin. US-Strafverfolger haben die ausgeweitete Verschlüsselung in den vergangenen Wochen mehrfach scharf kritisiertsie ermutige Kriminelle in "hohem Maße", so der US-Justizminister. (lbe)