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Als Bezahlmodell: Monero-Miner im Mac App Store

Die Anwendung Calendar 2 ließ sich kostenlos nutzen, wenn man erlaubte, dass der Mac im Hintergrund Kryptowährungen schürft. Die App wurde mittlerweile entfernt.

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Bitcoin-Miner im Mac App Store

Da steht es klipp und klar: Freie App gegen Mining.

(Bild: Hersteller)

Malware, die den Rechner missbraucht, um im Hintergrund Bitcoin und Co. zu generieren, gibt es mittlerweile auch auf dem Mac. Dass es eine Anwendung mit der Technik in den von einem menschlichen Zulassungsteam beaufsichtigten Mac App Store schafft, galt bislang als eher unwahrscheinlich. Dem Tool Calendar 2 vom Entwickler Qbix gelang dies nun doch – allerdings nach eigenen Angaben nicht zu bösen Zwecken, sondern als transparent dargestellte Bezahlalternative.

"Unaufdringliches" Mining

Wie Nutzer entdeckten, die das durchaus beliebte Kalenderwerkzeug seit dem Wochenende installierten, konnte man dem Tool erlauben, im Hintergrund "unaufdringlich" nach Monero zu schürfen und dafür im Gegenzug eine Freischaltung "aller fortgeschrittener Funktionen" zu erhalten. Die Alternative wäre gewesen, einmal 18 US-Dollar zu zahlen – inklusive Update-Möglichkeit. Zudem gab es auch noch ein Aboangebot von einem Dollar pro Monat.

Signifikante Ressourcen verbraucht

Laut Ars Technica setzt Calendar 2 die Bibliothek xmr-stack miner ein. Bei deren Integration gab es nach Angaben von Qbix allerdings technische Probleme. Diese sorgten dafür, dass der Miner auch dann lief, wenn Nutzer ihn per Opt-Out abwählten. Ein zweiter Bug nahm sich vom Mac mehr Ressourcen, als eigentlich geplant gewesen waren und fraß daher signifikant mehr als die vorgesehenen 10 bis 20 Prozent der Rechnerleistung.

Apple hat noch nichts gesagt

Apple handelte zunächst nicht und beließ die Anwendung im Mac App Store – auf eine Anfrage von Ars Technica reagierte der Konzern nicht. Nachdem die Sache weitläufiger bekannt wurde, entschloss sich allerdings Qbix selbst, die Funktion wieder zurückzuziehen. Dazu wolle man ein Update herausbringen. Man habe festgestellt, dass man die technischen Probleme nicht schnell genug lösen könne. "Der Rollout war eine Verkettung von Bugs." Zudem ist die Firma mittlerweile der Meinung, dass es für den Planeten schlecht ist, Strom mit Kryptomining zu verschwenden.

Calendar 2 selbst ist aktuell nicht mehr im Mac App Store zu finden. Ob es von Qbix oder von Apple zurückgezogen wurde, blieb zunächst unklar. (bsc)