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Amazon vertreibt mehr Apple-Hardware – freie Händler fliegen raus

Ein Vertriebs-Deal macht Amazon zu einem offiziellen Handelskanal für Apple. Unabhängige Anbieter dürfen Apple-Geräte nicht mehr über Amazon verkaufen.

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Amazon Prime

Mehr Apple-Hardware bei Amazon – nur noch vom Hersteller und autorisierten Händlern.

(Bild: dpa, Ina Fassbender)

Amazon baut den Direktvertrieb von Apple-Hardware erheblich aus: Der Online-Händler will in den kommenden Wochen weitere Produkte von Apple ins Programm aufnehmen, darunter fallen die neu eingeführten iPhone-Modelle XS und XR sowie die Produktreihen iPad Pro, Apple Watch, Mac und Apples Beats-Kopfhörer.

Bestimmte Geräte, die mit Amazons hauseigener Echo-Hardware konkurrieren, bleiben offenbar ausgenommen: So soll etwa Apples WLAN-Lautsprecher HomePod nicht vertrieben werden. Die mit Apple getroffene Vereinbarung deckt nicht nur die USA, sondern auch weitere Länder ab, in denen Amazon Waren anbietet, darunter Deutschland, wie das Unternehmen gegenüber US-Medien mitteilte.

Mit dem Vertriebs-Deal der Konzerne geht einher, dass künftig nur noch autorisierte Händler Produkte des iPhone-Konzerns über Amazons Handelsplattform Marketplace vertreiben dürfen. In einem Schreiben an unabhängige Anbieter teilte Amazon diesen mit, dass sie künftig keine Apple-Hardware mehr vertreiben dürfen – entsprechende Angebote werden Anfang Januar 2019 aus dem Marketplace gestrichen.

Wer weiterhin Apple-Hardware über Amazon verkaufen wolle, müsse sich an Apple wenden, um ein autorisierter Händler zu werden, zitiert das Magazin Motherboard aus dem Schreiben.

Apple sind die von Dritt-Händlern gelisteten Produkte seit langem ein Dorn im Auge: Der Konzern erklärte vor knapp zwei Jahren öffentlich, es handele sich bei "fast 90 Prozent" der bei Amazon-Händlern in den USA angebotenen Apple-Netzteile und Ladekabel um Fälschungen, die vom Verkäufer allerdings als echt ausgegeben werden. Diese Accessoires könnten "überhitzen, Feuer fangen und tödliche Stromschläge verursachen", so Apple. Gegen einen der Anbieter zog das Unternehmen damals auch vor Gericht.

Apple und Amazon haben erst vor wenigen Monaten einen langen Streit beigelegt: Amazon hatte Apples TV-Streaming-Box Apple TV 2015 von der eigenen Handelsplattform getilgt und die Freigabe einer offenbar längst fertigen Prime-Video-App für tvOS zurückgehalten – unter Verweis auf das Fehlen akzeptabler Geschäftsbedingungen. Zu welcher Übereinkunft die Unternehmen damals gekommen sind, wurde bislang nicht öffentlich bekannt.

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(lbe)