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Amoklauf in Texas: Apple bietet FBI Hilfe an

Strafverfolger haben angeblich versäumt, Apple sofort um Hilfe beim Zugriff auf das iPhone des Schützen zu bitten. Der Konzern bot nun Unterstützung an. Im vergangenen Jahr hatte Apple es strikt abgelehnt, beim Entsperren eines iPhones zu helfen.

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Das Tauziehen zwischen Apple und der US-Regierung geht weiter.

(Bild: dpa, Michael Kappeler)

Nach einem Amoklauf in Texas hat Apple dem FBI Hilfe angeboten: Als der Konzern am Dienstag aus einer Pressekonferenz erfahren habe, dass die Strafverfolger versuchen auf ein Mobiltelefon zuzugreifen, habe man Unterstützung zugesagt und versprochen, “jeden rechtlichen Vorgang beschleunigt zu bearbeiten”, teilte der iPhone-Hersteller in einer Stellungnahme gegenüber US-Journalisten mit. “Wir arbeiten jeden Tag mit Strafverfolgungsbehörden zusammen”.


Das FBI und andere Strafverfolgungsbehörden haben es versäumt, Apple schon unmittelbar nach dem Amoklauf am Sonntag, bei dem ein Mann erst 26 Personen und dann sich selbst tötete, zu kontaktieren, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Personen berichtet. Es sei weder um Hilfe beim Entsperren des iPhones des vermuteten Täters noch beim Zugriff auf dessen iCloud-Account gebeten worden.

Nach einem Zeitraum von 48 Stunden lässt sich ein iPhone nicht mehr durch den Fingerabdruck des Besitzers entsperren – dann wird die Eingabe des Codes erforderlich. Es sei bislang allerdings unklar, ob der Schütze überhaupt Touch ID auf seinem iPhone genutzt habe – oder das FBI bereits erfolglos versucht hat, das Gerät mit dem Fingeradbruck zu entsperren, merkt die Nachrichtenagentur an. Das iPhone wurde inzwischen zur Analyse an ein Labor des FBI geschickt.

Das FBI hat Apple und Google in der Vergangenheit mehrfach scharf für den Einsatz von Verschlüsselung kritisiert, die den Zugriff auf Smartphone-Daten schwer bis unmöglich macht. Im vergangenen Jahr wollte die US-Bundespolizei Apple per Gerichtsbeschluss dazu zwingen, bei der Entsperrung des iPhones zu helfen, das dem Attentäter von San Bernardino gehörte.

Apple vs. FBI: Streit über iPhone-Entsperrung

Apple soll dem FBI helfen, das iPhone eines Terroristen zu entsperren – weigert sich aber, da damit die Sicherheit aller User in Frage gestellt würde. Der Streit mit den US-Behörden schlägt hohe Wellen.

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Der Hersteller wurde angewiesen, mehrere Sicherheitsmechanismen rund um die Code-Sperre von iOS mit einer eigens entwickelten Software auszuhebeln, um dem FBI einen Brute-Force-Angriff auf die PIN zu ermöglichen – dies lehnte Apple allerdings strikt ab.

Nach einer kurzen öffentlichen wie juristischen Auseinandersetzung zog das FBI den Gerichtsbeschluss zurück: Mit Hilfe eines Entsperr-Tools von ungenannten Dritten konnten die Strafverfolger das iPhone letztlich selbst knacken.

Apple kann iPhones seit iOS 8 nach eigener Angabe nicht mehr entsperren. Auf richterliche Anordnung hin gewährt der Konzern Strafverfolgern allerdings Zugriff auf iCloud-Daten und Metadaten – etwa zu Ende-zu-Ende-verschlüsselten iMessage-Konversationen.

Manche in iCloud gesicherten Daten sind inzwischen ebenfalls Ende-zu-Ende-verschlüsselt und können von Apple nach eigener Angabe nicht mehr eingesehen werden – zu anderen Daten wie dem wichtigen iCloud-Backup, das bislang auch iMessage-Konversationen umfasst, besitzt Apple aber den Schlüssel.

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(lbe)