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Analyst: Apples Innovationsproblem liegt bei der Software

Der üblicherweise gut informierte Apple-Beobachter Ming-Chi Kuo glaubt, dass der iPhone-Konzern bei neuen Apps und APIs langsamer vorankommt als zuvor. Als Beispiel nennt er die Augmented-Reality-Umgebung ARKit.

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ARKit-App mit Einrichtungstipps.

(Bild: Apple)

Apple muss in letzter Zeit einmal mehr viel Kritik an seiner deutlich verlangsamten Einführung neuer Hardware einstecken. So ist etwa der Mac mini mittlerweile seit dreieinhalb Jahren unverändert auf dem Markt und auch frische Gerätelinien wie der HomePod kommen mit Monaten Verzögerung in die Läden.

Der renommierte Analyst Ming-Chi Kuo vom taiwanischen Bankhaus KGI, der über gute Kontakte in Apples asiatische Lieferkette verfügt, hat nun aber in einem Bericht an Investoren gewarnt, dass Apples Innovationsproblem mittlerweile auch im Softwarebereich liegt. Hier habe der Konzern in den vergangenen Jahren die größten Schwierigkeiten gehabt – mehr noch als im Hardwaresektor. Das sei schlecht für die von Apple so stark beworbene Integration zwischen Soft- und Hardware.

Als Beispiel nennt er den Bereich Augmented Reality (AR), den Apple-Chef Tim Cook selbst regelmäßig als "Riesending" bezeichnet. Apple investierte hier viele Ressourcen und bastelt angeblich auch an einer AR-Brille.

Kuo zufolge habe Apple seinen "First-Mover Advantage" im AR-Bereich mit der ARKit-Plattform verspielt. Es sei Apple nicht gelungen, besonders populäre AR-Apps vor dem Android-Lager einzuführen. "Seit dem Debüt von ARKit vor fast einem Jahr hat es bislang kein Schwergewicht unter den AR-Anwendungen für iOS gegeben."

Kuo glaubt, dass es dem chinesischen Hersteller Oppo gelungen sei, Apples Marktvorteil in sechs bis neun Monaten einzuholen. Das Unternehmen ist der erste Android-Hersteller, der den in China beliebten Titel "Honour of Kings", der 200 Millionen Spieler haben soll, im kommenden Monat in einer AR-Version herausbringt – in Zusammenarbeit mit SenseTime und dem chinesischen Portalriesen Tencent. "Honour of Kings" kommt ansonsten auch für iOS auf den Markt und basiert stark auf ARKit. (bsc)