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Andreas Eschbach: "Ich will mit meinen Lesern staunen"

Überrraschende Reaktionen

Inhaltsverzeichnis

Mac & i: In einigen Deiner Romane benutzt Du einen Ausgangspunkt, den viele für plausibel halten, und lässt daraus eine Geschichte entstehen. Etwa, was passieren könnte, wenn jemand die Früchte eines uralten Erbes ernten und durch seine schiere Kapitalkraft die Weltordnung aus den Angeln heben würde ("Eine Billion Dollar"). Gab es schon Reaktionen von Lesern oder Experten, die Dich überrascht haben, etwa: "Wir arbeiten tatsächlich gerade an einer Solarstation"?

Eschbach: Fast immer. Eine Solarstation baut gerade niemand, aber es wird an unglaublichen Robotern gebaut, bei denen man an "Herr aller Dinge" denken muss, es wird mit Gehirnverschaltungen experimentiert wie in "Black*Out" und es wird künstliches Benzin hergestellt wie in "Ausgebrannt". Und die tatsächlichen Überwachungstechnologien lassen "NSA" ja ohnehin alt aussehen.

In "Herr aller Dinge" geht Eschbach der Frage nach, was sich aus Nanotechnologie entwickeln könnte.

Mac & i: Mit welchen Umwälzungen muss die Welt aus Deiner Sicht wegen der Digitalisierung (auch am Arbeitsplatz) oder der Robotik rechnen?

Eschbach: Darüber denke ich zur Zeit viel nach. Man hört ja oft, demnächst würden Roboter uns alle Arbeit abnehmen und deswegen die große Arbeitslosigkeit bei vollem Lohnausgleich ausbrechen, aber irgendwie bin ich da skeptisch. Ich muss dann immer dran denken, dass uns am Anfang der PC-Ära das "papierlose Büro" versprochen wurde – und heute wird in Büros mehr Papier verbraucht als je zuvor! Wenn das ein Muster ist, dann sollten wir uns darauf gefasst machen, dass wir mit den Robotern mehr Arbeit haben werden als vorher.

Mac & i: Vielen Dank für das Gespräch. (se)