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Android-Vater verliert angeblich 100 Millionen US-Dollar – wegen Apple

Das Hardware-Start-up Essential Products von Andy Rubin stand kurz vor einem dicken Investment durch Softbank. Eine Verbindung zu Apple soll dies angeblich verhindert haben.

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Andy Rubin

Andy Rubin am Whiteboard.

(Bild: dpa, Christof Kerkmann)

Essential Products, die neue Firma von Android-Begründer Andy Rubin, hat einem Medienbericht zufolge eine geplante Geldspritze in dreistelliger Millionenhöhe nicht erhalten. Wie das Wall Street Journal in dieser Woche schrieb, hatte der japanische IT-Mischkonzern SoftBank eigentlich vor, 100 Millionen US-Dollar in Rubins Start-up zu stecken. Die Firma arbeitet laut früheren Meldungen unter anderem an einem High-End-Smartphone mit einem "Edge-to-Edge"-Touchbildschirm, das direkt mit High-End-Geräten wie Apples iPhone 7 konkurrieren soll.

Softbank, das von dem bekannten japanischen Manager Masayoshi Son angeführt wird, habe sich dann aber entschieden, kein Geld in Rubins Firma zu stecken. Einer der Gründe war Softbanks "zunehmend enge Verbindung zu Apple", wie informierte Personen gegenüber dem Blatt angaben. Das Investment hätte zu einer höheren Bewertung von Essential Products geführt – mit den 100 Millionen wäre die noch nahezu unbekannte Firma, die Rubin 2015 auch zur Entwicklung von Smart-Home-Produkten gegründet hatte, zu einem eine Milliarde US-Dollar teuren "Unicorn" geworden.

Der Deal zwischen Softbank, das einen 100 Milliarden Dollar schweren Investmentfonds aufgelegt hat, soll "in letzter Minute" geplatzt sein. Apple soll sich nicht direkt gegen die Geldspritze für Rubins Firma ausgesprochen haben, schreibt das Wall Street Journal weiter. Allerdings hätte die von Apple im Januar in den Softbank-Fonds investierte eine Milliarde Dollar die Sache verkompliziert. Softbank habe sich zunehmend Sorgen über Interessenkonflikte gemacht.

Zwischen Softbank und Apple besteht auch eine Verbindung über den Chiphersteller ARM, der das geistige Eigentum hinter Apples A-Prozessoren für iOS-Geräte stellt. Softbank hatte die Übernahme von ARM im vergangenen September abgeschlossen.

Android-Vater Rubin verliert mit dem geplatzten Softbank-Deal nicht nur Geld, sondern auch Hilfe beim Marktzugang. Softbank ist einer der Marktbeherrscher im japanischen Mobilfunksektor und hat zudem den amerikanischen Carrier Sprint größtenteils übernommen. Essential Products soll geplant haben, sein erstes Smartphone noch in diesem Frühjahr oder Sommer vorzustellen – offenbar mit einem Bildschirm, der größer ist als 5,5 Zoll. Details zur Software sind noch nicht durchgesickert. (bsc)