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Anti-Betrugsmaßnahme: Apple erfasst Anruf- oder E-Mail-Verhalten des Nutzers

Bei Einkäufen in den digitalen Läden greift der Konzern auf Informationen über die iPhone-Gerätenutzung zurück – diese sollen als Vertrauensmerkmal dienen.

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iPhone-Nutzung

Viel mit dem iPhone telefoniert? Das könnte Apples Trust-Score erhöhen.

(Bild: dpa, Karl-Josef Hildenbrand)

Apple nutzt die Anzahl von Anrufen oder E-Mails, um vertrauenswürdige iPhones zu ermitteln: Bei Einkäufen in App Store und iTunes Store erfasst das Unternehmen jetzt Informationen über die Gerätenutzung, wie es in den mit iOS 12 aktualisierten Datenschutzangaben zu den digitalen Apple-Läden heißt. Die Maßnahme diene zur Identifizierung von "Missbrauch und Betrug". Unter diese Daten fällt auch das Anruf- oder Mail-Verhalten des Nutzers auf dem jeweiligen iPhone oder iPad, wie Apple anmerkt, man verwende dafür die "ungefähre Anzahl von Anrufen oder gesendeter und empfangener E-Mails".

Diese Angaben zur Nutzung des Gerätes werden herangezogen, um eine "Bewertung vertrauenswürdiger Geräte zu errechnen", schreibt Apple – einen "Device Trust Score". Welche Nutzungsdaten neben E-Mail- und Anrufverhalten in den Wert einfließen, wird nicht näher aufgeführt.

Die Erfassung von Daten zur Gerätenutzung erwähnt Apple in den neuen Datenschutzhinweisen des App Stores.

Apple speichert diese Informationen zur Nutzung für einen "bestimmten Zeitraum" auf eigenen Servern, auch hier fehlt eine genauere Angabe zur Aufbewahrung der Daten.

Die übermittelten Informationen seien so gestaltet, dass Apple "keine Rückschlüsse auf die echten Werte deines Gerätes ziehen" könne, heißt es weiter. Ob sich Apple hier der Technik Differential Privacy bedient oder ein anderes Verfahren heranzieht, bleibt unklar.

Betrug rund um den App Store, in dem Milliardenumsätze generiert werden, bleibt ein massives Problem für Apple, dies reicht vom Kreditkartenmissbrauch bis hin zu gefälschten Bewertungen. Die Erfassung von Nutzungsinformationen dürfte insbesondere auf Klickfarmen abzielen, in denen große Mengen von iPhones auf Metallgestelle fixiert für großflächigen Betrug eingesetzt werden. Endnutzer scheinen von diesen Betrugsfällen nur noch entfernt betroffen, Berichte über Account-Klau und Apple-ID-Missbrauch im großen Stil sind zunehmend selten geworden.

[Update 20.9.2018 8:30 Uhr] Aus Apples Datenschutzerklärung geht nicht klar hervor, ob die Daten zur Berechnung des "Device Trust Scores" nur lokal auf dem Gerät herangezogen werden oder ob diese als "Einsendungen" mit auf Server des Unternehmens übermittelt werden. (lbe)