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"Anti-Malware"-Lösung für iOS: Nepp mit teuren In-App-Verkäufen im App Store

Einem Entwickler ist mit einer Nonsens-Anwendung, die ein 100 US-Dollar teures In-App-Abo enthält, der Aufstieg in die "Top Grossing"-Charts seiner Kategorie gelungen.

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Einmal 99,99 bitte – im Abo, versteht sich.

(Bild: Johnny Lin / Medium)

70 Milliarden US-Dollar hat Apple seit Start des App Store vor rund neun Jahren laut eigenen Angaben an Entwickler bereits ausgezahlt. Nicht immer verdient, wie nun der Fall einer offensichtlich betrügerischen App zeigt, die es sogar in die Top-10-Umsatzcharts ihrer Kategorie geschafft hat. Aufgefallen ist die Software mit dem merkwürdigen Namen "Mobile protection :Clean & Security VPN" (sic!) dem Developer Johnny Lin, der zum Thema auf Medium.com berichtet.

Das Geschäftsmodell der App, die so tut, als wäre sie ein Datenschädlings-Aufräumer inklusive VPN-Zugang, ist recht ausgefuchst: Offenbar hoffen die Entwickler auf Fehlklicks. Die zunächst gratis herunterladbare Anwendung verspricht einen "Full Virus, Malware scanner", verlangt Zugriff auf das Adressbuch des Benutzers, um dieses angeblich auf Duplikate zu untersuchen – bezeichnet wird dies in Screenshots als "Quick & Full Scan Internet Security".

Möchte man die "Funktionen" nutzen, bekommt man jedoch alsbald einen Abohinweis eingeblendet (siehe Bild). Der Hersteller möchte gerne 100 Dollar haben – für ein sieben Tage lang laufendes Abonnement, das sich bei Nichtkündigung verlängert. Damit Nutzer zum Klicken veranlasst werden, blendet die App unter anderem einen Hinweis auf ein Casual-Game, "das man nicht installieren muss", sowie das Angebot einer "freien Testphase" ein – nur um dann das 100-Dollar-Abo zu offerieren.

Die Anwendung, die offenbar eine andere App mit ähnlicher Bezeichnung imitiert, stammt von einem Entwickler mit vietnamesischem Namen, dessen im App Store angegebene Website aber eine indische Adresse nennt.

Apple hat "Mobile protection :Clean & Security VPN" mittlerweile aus dem App Store entfernt, der Entwickleraccount scheint ebenfalls gesperrt zu sein. Angeblich gab es bis 50.000 Downloads allein im April. Wie viel Umsatz mit dem Nepp gemacht wurde, ist unklar. Laut Schätzungen von Sensor Tower kamen angeblich bis zu 80.000 Dollar im Monat zustande. Bei gut 400 Dollar im Monat an Abogebühren reichen 200 Fehlklicks, um die Summe zu erreichen. Beworben wurde die Nonsens-Anwendung unter anderem über Apples hauseigene (kostenpflichtige) App-Store-Suchreklame, was die hohe Downloadzahl erklärt. (bsc)