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App-Entwickler: "Ich will Eure Daten nicht"

Der Macher der populären Podcast-App Overcast für iOS setzt bei seinem nächsten Update auf Datensparsamkeit. Das Sammeln von Informationen sei eine Bürde – und ein Risiko.

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App-Entwickler: "Ich will Eure Daten nicht"

Overcast fragte früher stets nach einem Account (links). Künftig geht's auch ohne.

(Bild: Entwickler)

Der bekannte iOS- und macOS-Entwickler Marco Arment hat zum Erscheinen der Version 4.2 seiner Podcast-App Overcast mehr Datensparsamkeit angekündigt – und Developer-Kollegen aufgefordert, ähnlich vorzugehen. Verlangte die Anwendung bislang bei der Einrichtung der Synchronisationsfunktion prominent die Hinterlegung einer E-Mail-Adresse, was 66 Prozent der User auch getan hätten, wird künftig schlicht standardmäßig ein Token in iCloud verwendet, über den der Nutzer erkannt wird und seine Abspielliste auf anderen Geräten abrufen kann.

"Ihre persönlichen Daten sind nicht mein Geschäft, sie sind eine Bürde", schreibt Arment und verlinkt dabei auf den Wikipedia-Eintrag zur neuen Datenschutzgrundverordnung in der EU. Er speichere auch keine IP-Adressen mehr. Zuvor hatte der Synchronisationsbildschirm Nutzer über vier Jahre lang dazu angehalten, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlegen. Nach all dieser Zeit, Feedback und Nutzungsdaten habe er festgestellt, dass das "der falsche Schritt" gewesen sei, so Arment. So nutze etwa nur ein einstelliger Prozentsatz seiner Nutzerschaft die Website von Overcast, für die E-Mail-Adresse und Passwort notwendig sind. "Die iCloud-Token-Sync-Methode löst Logins über Geräte hinweg für praktisch jeden."

Arment äußerte sich auch zum aktuellen Trend, im Podcast-Bereich mehr Daten von Nutzern zu sammeln, um besser Werbung verkaufen zu können. Seiner Meinung nach lief das Geschäft auch mit den aktuellen – im Vergleich zum Web einfachen – Methoden gut. "Big Data hat das Web ruiniert und ich werde nicht dabei helfen, dass in den Podcast-Bereich zu holen", schreibt er. So unterbindet Overcast ein Werbetracking über Tracking-Pixels, die in den Shownotes von Podcasts stecken – Bilder lädt die App nur auf explizite Nutzernachfrage. Er habe zudem eine strikte Content Security Policy implementiert, um Ausbrüche zu vermeiden.

Apple hatte zuletzt ein besseres Tracking von Hörgewohnheiten in seinen eigenen Apps – also iTunes und Podcasts unter iOS – angekündigt, achtet dabei aber laut eigenen Angaben sehr auf Anonymisierung. Beide Programme gelten als beliebteste Methode, Audiosendungen mobil und auf dem Desktop zu hören. (bsc)