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App Store: Apple-Apps sollen Top-Suchergebnisse nicht mehr überfluten

Apple - App Store

Apples App Store – einziger Vertriebskanal für iPhone-Apps.

(Bild: dpa, Alex Heinl/Archiv)

Apple will eigene Apps in den App-Store-Suchergebnissen nicht mehr gruppieren, um andere Apps nicht auf hintere Plätze zu verdrängen.

Nach lauter werdenden Vorwürfen über die Benachteiligung von Dritt-Apps in der App-Store-Suche hat Apple den Algorithmus geändert: In den Suchergebnissen werden die Apps des Konzerns inzwischen nicht mehr gruppiert, um die Trefferliste nicht länger durch Apple-Apps zu überfluten, wie Top-Manager des iPhone-Herstellers gegenüber der New York Times erklärten. Die Änderung sei schon im Juli erfolgt.

Nach einer Untersuchung der Zeitung erschienen Apple-Apps für rund 700 Suchbegriffe seit Jahren auf dem ersten Platz unter den Suchtreffern. Auf dem iPhone sieht man – ohne zu Scrollen – gewöhnlich nur den ersten Treffer sowie eine darüber erscheinende Werbeanzeige. In jüngster Zeit wurde der Toptreffer dann durch weitere Apple-Apps in der Suchergebnisliste ergänzt, sodass Apps von Drittanbietern teils weit nach unten rutschten.

Tatsächlich sind die Suchergebnisse zu bestimmten gängigen Begriffen seit mindestens einem Jahr voller Apple-Apps gewesen, räumte der Konzern gegenüber der New York Times ein [1] – dabei habe es sich aber um keinen Fehler gehandelt. Der Algorithmus sei so konzipiert, dass bei einem Suchtreffer auch andere Apps eines Entwicklers mit angezeigt werden. Das könne auch zu Apples Nachteil sein, etwa bei der Suche nach "Office". Apple-Apps habe man von dieser Gruppierung nun aber ausgeschlossen. Es handele sich dabei um keine Korrektur, so die Manager – sondern eine Verbesserung.

Die für die App-Store-Suche zuständigen Apple-Entwickler hätten nach eigener Angabe über Monate nicht bemerkt, dass Apple-Apps die Suchergebnisse für "Musik" und andere Kategorien dominieren, schreibt die New York Times weiter. Bei der Suche nach "music" seien Ende 2018 unter den ersten zehn Suchergebnissen acht Apple-Apps gewesen, darunter auch Videoschnitt-Apps wie iMovie und Clips, so die Zeitung – Apples Musik-Streaming-Konkurrent Spotify sei dadurch auf Platz 23 abgerutscht. Die Algorithmusänderung habe dieses Verhalten ausgeräumt.

Der Grund für die hohe Platzierung von Apple-Apps liege darin, dass Nutzer nach ihnen häufig suchen, hatte Apple schon zuvor in Reaktion auf Kritik an den Suchergebnissen erklärt [2], eine künstliche Bevorzugung finde nicht statt. Manche Nutzer suchen und öffnen Apps offenbar über den App Store, obwohl sie diese bereits installiert haben – auch das könne die Suchergebnisse beeinflussen.

Regulierungsbehörden schießen sich zunehmend auf die Plattformen riesiger IT-Konzerne ein, darunter auch Apple. In den USA ist eine politische Diskussion um die Macht von Plattformbetreibern entstanden. Die US-Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren stellte bereits in Aussicht, sie wolle die Internet-Konzerne zerschlagen [3] – auch Apple. Mit Sammelklagen versuchen iPhone-Kunden und Entwickler zudem, das iPhone vom App-Store-Zwang zu befreien. Die EU-Kommission untersucht derzeit Spotifys Vorwurf, Apple benachteilige durch seine Regeln zu In-App-Käufen und Abonnements den Wettbewerb. (lbe [4])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4517522

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nytimes.com/interactive/2019/09/09/technology/apple-app-store-competition.html
[2] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/App-Suche-Apple-weist-Bevorzugung-eigener-Apps-zurueck-4478566.html
[3] https://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Senatorin-schlaegt-Zerschlagung-von-Internet-Konzernen-vor-4330118.html
[4] mailto:lbe@heise.de