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'App-Store-Monopol': Kaspersky Lab legt Kartellbeschwerde gegen Apple ein

Der iPhone-Konzern benachteilige mit seinem Regelwerk gezielt Dritt-Entwickler, so die Sicherheitsfirma – die russische Wettbewerbsbehörde müsse einschreiten.

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App Store

Für iPhone-App-Anbieter führt kein Weg an Apple vorbei.

(Bild: dpa, Alex Heinl/Archiv)

Neuer Ärger um Apples App-Store-Vorgaben: Kaspersky Lab hat am Dienstag eine Beschwerde gegen Apple bei der russischen Wettbewerbsbehörde (FAS) eingereicht. Man arbeite seit langem erfolgreich mit dem iPhone-Konzern zusammen, glaube aber trotzdem, dass dieser Schritt nun erforderlich sei, teilte die Sicherheitsfirma mit.

Apple nutze seine Position als Plattformbetreiber, um Regeln vorzugeben, die andere Entwickler benachteiligen, argumentiert Kaspersky Lab. Zum Problem werde dies, weil der App Store der einzige Weg ist, um Apps für iPhone und iPad zu vertreiben – und dieser Kanal komplett unter Apples Kontrolle steht. Apple könne seine Marktmacht dadurch auf andere Märkte ausweiten, in die das Unternehmen neu eintritt, darunter den Markt für Kindersicherungs-Software, wie Kaspersky Lab anführt.

Ähnlich hatte zuvor bereits Spotify argumentiert und eine Kartellbeschwerde bei der EU-Kommission eingereicht – dort geht es auch speziell um Apples zwangsläufige Umsatzbeteiligung an In-App-Käufen.

Die Sicherheitsfirma hat die Beschwerde eingereicht, weil sie bestimmte Funktionen aus ihrer "Safe Kids"-App entfernen musste, die Apple inzwischen als regelwidrig betrachtet. Die Schritte seien erfolgt, nachdem Apple mit iOS 12 die hauseigenen "Bildschirmzeit"-Funktionen in das Betriebsystem integriert hat. Man habe mehrfach versucht, mit Apple in dieser Angelegenheit zu einer Lösung zu kommen – es sei aber nicht zu "sinnvollen Verhandlungen" gekommen.

Apple hat im vergangenen Dezember damit begonnen, Kindersicherungs-Apps für iPhone und iPad genauer zu prüfen, Updates abzulehnen und erste Apps auch rauszuwerfen, wie betroffene Entwickler berichten. Der iPhone-Hersteller habe "systematisch nach Gründen und Wegen gesucht, um andere Apps aus der Digital-Wellness-Branche auszuschließen", schrieb ein App-Anbieter.

Kaspersky Lab sieht sich durch Apples Vorgehen unfair benachteiligt.

(Bild: dpa, Pavel Golovkin/AP)

Die Sicherheitsarchitektur von iOS verhindert, dass Apps eine Gerätenutzung systemübergreifend erfassen und andere Apps einschränken können.

Mit verschiedenen Workarounds wie mobiler Geräteverwaltung (MDM), VPN-Verbindungen und Rückgriff auf die Standortdienste versuchten Entwickler, solche Funktionen dennoch anzubieten. Eine von Apple bereitgestellte Schnittstelle zur Begrenzung von Bildschirmzeit und App-Nutzung gibt es bisher nicht.

Die dafür eingesetzten iPhone-Konfigurationsprofile bergen allerdings erhebliches Missbrauchpotential, da sie Systemeinstellungen ändern können und viele Nutzer nicht genau verstehen, was dabei passiert. Erst seit Mitte vergangenen Jahres geht Apple gegen die Zweckentfremdung der Konfigurationsprofile vor. Warum diese Methoden über Jahre zugelassen wurden, bleibt unklar. (lbe)