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App-Suche: Apple weist Bevorzugung eigener Apps zurück

App-Anbieter sehen sich durch die prominente Suchplatzierung von Apple-Apps benachteiligt. Der Algorithmus arbeite für alle gleich, kontert der iPhone-Konzern.

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Apple kontrolliert den Software-Zugang zu rund 1 Milliarde iPhone-Nutzern.

(Bild: dpa, Alex Heinl)

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Die Kritik an Apples App Store wird lauter: Erste Entwickler und App-Anbieter beklagen, die Suchfunktion bevorzuge Apples hauseigene Apps und Dienste – zum Nachteil der Konkurrenz. Die Suche nach Hörbüchern ("audiobooks") habe im US-App-Store zum Beispiel lange Zeit die App "Audiobooks.com" als ersten Treffer ausgegeben, wie das Wall Street Jounal berichtet. Im vergangenen Herbst sei diese dann durch "Apple Bücher" (Apple Books) verdrängt worden, als Apple mit der Vermarktung von Hörbüchern in dem darin integrierten Laden begonnen hatte.

Die Suche nach Videos zeigt ein bezahltes Ergebnis und Apples TV-App – für weitere Treffer muss man erst scrollen.

"Über Nacht" sei die Zahl der Downloads der Audiobooks-App durch die niedrigere Suchplatzierung um 25 Prozent gesunken, erklärte ein Manager des Dienstes gegenüber der Wirtschaftszeitung.

Besonders Apples hauseigenen Abo-Dienste und Content-Läden würden über in der App-Store-Suche über anderen Angeboten erscheinen, wie im Juni durchgeführte Tests des Wall Street Journal ergaben.

Für generische Suchbegriffe wie "Musik", "Videos" oder "Filme" zeigte der App Store demnach Apple-Apps wie Apple Music und Apple TV stets als erstes – unter einem möglicherweise ebenfalls erscheinenden bezahlten Suchergebnis. Um weitere Treffer zu sehen, müssen Nutzer erst scrollen.

In einer Stellungnahme gegenüber US-Medien betonte Apple, die App-Store-Suche sei "allen Entwicklern gegenüber fair", man bevorzuge die eigenen Apps "weder vor anderen Entwicklern noch Wettbewerbern". Der Grund für die hohe Platzierung von Apple-Apps liege darin, dass Nutzer nach diesen häufig suchen würden: "Apple-Kunden haben eine sehr kräftige Beziehung zu unseren Produkten". Großes Nutzerinteresse lasse auch andere Apps weiter oben in den Suchergebnissen auftauchen.

Gegenüber Entwicklern erklärt das Unternehmen seit längerem, dass auch Bewertungen und Rezensionen die Suchergebnisse beeinflussen. Apples eigene Apps, die auf dem iPhone vorinstalliert sind, lassen sich nicht bewerten.

Die erneute Kritik am App-Store-Suchalgorithmus kommt zu einer ungünstigen Zeit für Apple. Die App-Store-Praktiken des Konzerns sind in den vergangenen Monaten unter erheblichen Beschuss geraten: Kunden und Entwickler werfen dem iPhone-Konzern in Sammelklagen vor, ein App-Store-Monopol errichtet zu haben – und fordern, das iPhone vom App-Store-Zwang zu befreien. Die EU-Kommission untersucht derzeit Spotifys Vorwurf, Apple benachteilige durch seine Regeln zu In-App-Käufen und Abonnements den Wettbewerb. (lbe)