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Apple: 180-Grad-Wende bei Umweltsiegel EPEAT

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Apple-Manager Bob Mansfield rudert zurück: "Ich gebe zu, das war ein Fehler."

(Bild:  Apple)

Nur wenige Tage, nachdem Apple plötzlich und ohne Begründung aus der Zertifizierung des Umweltsiegels EPEAT ausgestiegen ist, wirft das Unternehmen das Steuer wieder herum. Der Druck von Kunden und öffentlichen Einrichtungen war offenbar selbst dem Computer-Giganten aus Cupertino zu groß. Künftig wird der Hersteller seine Mac-Geräte wieder mit dem Siegel auszeichnen lassen. Das verkündete der Senior Vice President der Hardware-Sparte, Bob Mansfield, in einem offenen Brief.

Demnach hätten sich viele loyale Kunden enttäuscht gezeigt über die ursprüngliche Entscheidung Apples, die Produkte aus dem EPEAT-Bewertungssystem herauszunehmen. "Ich gebe zu, das war ein Fehler", so Mansfield. Das Engagement des Unternehmens für den Schutz der Umwelt habe sich niemals geändert, versicherte der Apple-Manager.

Tatsächlich hört man solche kleinlauten Töne aus Cupertino relativ selten. Doch in diesem Fall gibt es keinen Grund zur Verwunderung, schließlich geht es um knallharte wirtschaftliche Interessen und den möglichen Verlust gewinnbringender Aufträge: So hatte die Stadt San Francisco bereits angekündigt, künftig keine Mac-Computer mehr für ihre Behörden anschaffen zu wollen. Als Grund nannten die Vertreter der Stadt die plötzliche Abkehr Apples von der EPEAT-Bewertung. Überdies gelten auch für die Behörden auf der Bundesebene der USA Vorgaben, bevorzugt Geräte mit dem EPEAT-Siegel zu kaufen. So muss laut Wall Street Journal bis zu 95 Prozent der für die Behörden angeschafften Technik EPEAT-zertifiziert sein. Auch zahlreiche Unternehmen und Bildungseinrichtungen, etwa Ford und die Yale University, machen beim EPEAT-Purchasing-Programm mit.

Das MacBook Pro Retina erhält nun auch das EPEAT-Goldsiegel - trotz verklebter Batterien.

(Bild:  iFixit)

EPEAT-Chef Robert Frisbee bestätigte Apples Rückkehr zum Umweltsiegel, und zwar ebenso wie Mansfield in einem offenen Brief: Danach sind alle zuvor registrierten Apple-Geräte zurück im EPEAT-System, zusätzlich wurden einige neue Produkte des Unternehmens der Bewertung unterstellt. Neu dabei ist das MacBook Pro mit Retina-Display. Kürzlich hatte Frisbee in einem Gespräch mit dem Wall Street Journal spekuliert, dass das neue Gerät die Mindestbedingungen der Zertifizierung eventuell nicht erfüllen könnte, da der Akku mit dem Gehäuse verklebt ist, was unter anderem das Recycling erschwert. Nun prangt auf der Produktbeschreibung (PDF) des Retina-MacBooks das EPEAT-Goldsiegel.

Vom EPEAT-Siegel gibt es drei verschiedene Kategorien: Bronze, Silber und Gold. Um die EPEAT-Gold-Zertifizierung zu erlangen, muss ein Produkt allen Anforderungen der acht obligatorischen Prüfkriterien genügen, die unter anderem die Recyclingfähigkeit, Lebensdauer, Energieverbrauch, Verpackung sowie die Verwendung bestimmter Materialien betreffen, und überdies mindestens 75 Prozent der weiteren, optionalen Anforderungen erfüllen. Weltweit lassen insgesamt 48 Hersteller ihre Produkte bei der EPEAT überprüfen. (mfi)