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Apple-Aktien unter Druck

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Ein Blick auf den außerbörslichen Kurs der Apple-Aktie lässt Böses erahnen: Mit gut 2,85 Prozent steht das Papier momentan im Minus, nachdem es gestern bereits fast 1 Prozent verloren hatte. Grund für die Bewegung nach unten sind keine neuerlichen Gerüchte über Steve Jobs' Gesundheitszustand oder irgendwelche anderen geschäftlichen Negativmeldungen beim Mac- und iPhone-Hersteller. Stattdessen ist ausgerechnet die Technologiebörse NASDAQ, an der Apple unter dem Zeichen AAPL gelistet ist, an dem Minus schuld.

Der NASDAQ-Betreiber Nasdaq OMX plant nämlich laut einem Bericht des Wall Street Journal am heutigen Dienstag eine Ankündigung, die Apple-Aktionäre erzittern lässt: Nahm AAPL am wichtigen NASDAQ-100-Index bislang knapp 20 Prozent ein und war damit Kritikern zufolge fast übergewichtet, soll sich dies nun demnächst ändern.

Innerhalb von vier Wochen will Nasdaq OMX den Anteil von Apple am Index auf rund 12 Prozent reduzieren. Stichtag ist der 2. Mai. Grund für die Maßnahme ist der starke Anstieg der Apple-Aktie, die sich in den letzten zwei Jahren im Wert mehr als vervierfacht hat. Nasdaq OMX befürchtet nun, dass das Schicksal des Computerkonzerns einen zu großen Einfluss auf das Gesamtbild des NASDAQ-100-Indexes hat.

"Gewinner" der Veränderung sind unter anderem Google, das künftig einen Anteil von rund 5,8 Prozent haben wird, sowie Microsoft (künftig knapp 8,3 %). Der Softwareriese hatte selbst bereits vor 13 Jahren einmal unter einem "Special Rebalancing" durch Nasdaq OMX zu leiden, ebenfalls als Opfer des eigenen Börsenerfolges. Insgesamt sollen 18 Aktien im NASDAQ-100-Index einen höheren Anteil erhalten, 82 (mit Apple) werden reduziert.

Für AAPL-Investoren hat das den negativen Effekt, dass sogenannte Exchange-Traded-Funds (ETFs), die in ihrer Zusammensetzung den NASDAQ-100-Index nachahmen, Aktien des Computerkonzerns verkaufen müssen. Mindestens 330 Milliarden Dollar stecken in diesen ETFs, zuzüglich weiterer Fonds, Optionscheinmodelle und Futures. Laut Nasdaq OMX gibt es fast 3000 Finanzprodukte in aller Welt, die den NASDAQ-100-Index abbilden.

[Update: Nasdaq OMX hat die Änderung inzwischen wie erwartet angekündigt und die neue Gewichtung dokumentiert. Apples Anteil sinkt um 8,16 Prozentpunkte von 20,49 auf künftig 12,33 Prozent. Neben jenen von Microsoft und Google erhöhen sich auch die Anteile von Oracle (um 3,36 Prozentpunkte auf 6,68 Prozent), Intel (um 2,45 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent) und Cisco (um 2,1 Prozentpunkte auf 3,66 Prozent).] (bsc)