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Apple: Apps aus App-Baukästen werden zurückgewiesen

Gegen Spam- und Klon-Apps will Apple im App Store stärker vorgehen. Darunter leiden aber auch seriöse Firmen, die App-Template-Dienste nutzen.

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App Store

iPhone mit App Store.

(Bild: dpa, Alex Heinl)

Wer eine iOS-App für das eigene Unternehmen erstellen will, aber nicht über die notwendigen technischen oder finanziellen Ressourcen verfügt, diese selbst zu entwickeln, griff in der Vergangenheit gerne zu sogenannte App-Baukästen – Template-Diensten, mit denen man sich eigene Programme leicht zusammenklicken kann. Allerdings geht Apple mittlerweile gegen solche Apps vor oder lässt sie erst gar nicht in den App Store. Das steht so auch in den aktuellen Entwicklerrichtlinien des Konzerns: Unter Punkt 4.2.6 heißt es dort, dass Programme, die mittels "commercialized template or app generation service[s]" erstellt wurden, zurückgewiesen werden.

"Katastrophe" für Mittelständler?

Wie Mobilbranche.de schreibt, entwickelt sich die in letzter Zeit verstärkte Anwendung von Richtlinie 4.2.6 zu einer "Katastrophe". Immer mehr seriöse Template-Apps von kleinen und mittelständischen Unternehmen würden zu Opfern, was ein folgenschweres Problem sei. Eigentlich dient die Regel dazu, Spam- und Klon-Apps zu vermeiden, von denen es im App Store zwischenzeitlich große Mengen gab – schon im Sommer soll Apple hunderttausende Titel abgeräumt haben.

App-Baukästen werden zum Problem

Die Ablehnrate für Apps aus Templates soll in der jüngsten Vergangenheit stark zugenommen haben, wie es in dem Bericht weiter heißt. Das Unternehmen AppYourself, das einen App-Baukasten entwickelt hat und an dem auch die Heise Gruppe GmbH & Co. KG mittelbar über die Heise Media Service GmbH & Co. KG beteiligt ist, erklärte gegenüber Mobilbranche, vor Richtlinie 4.2.6 seien knapp über 10 Prozent aller Apps abgelehnt worden, nun stehe man bei 60 Prozent – mit steigender Tendenz. Der Chef von AppYourself, Benjamin Heisch sagte, kleinen Unternehmen und Start-ups würde so der Zugang zum App Store verwehrt. "In Hinblick auf Fairness und Chancengleichheit kann das nur negativ bewertet werden."

Auch PhoneGap und TapJet betroffen?

Im Sommer hatte das US-IT-Blog TechCrunch berichtet, dass auch beliebte Toolkits wie PhoneGap und TapJet mit der neuen Richtlinie in Konflikt geraten könnten. Über die Gründe von Apples Politik lässt sich nur spekulieren. Bei nachgemachten Spielen und anderen geklauten Anwendungen ist ein aggressiveres Vorgehen seitens des Konzerns sicherlich nutzerfreundlich – die Template-Apps können ein Kollateralschaden sein.

[Update 23.10.17 14:25 Uhr:] Beteiligungsverhältnisse von AppYourself präzisiert. (bsc)