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Apple-Boss: "Uns geht es nicht ums Geld"

In einem Interview hat Tim Cook betont, dass bei dem Konzern "Produkte und Menschen" wichtiger sind als die Erwartungen der Börse. Auch zu Apples langen Entwicklungszyklen äußerte er sich.

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Tim Cook

Cook bei einem Auftritt.

(Bild: dpa, Robin Van Lonkhuijsen)

Apple-CEO Tim Cook hat sich in einem Interview mit dem US-Wirtschaftsblatt Fast Company zur Philosophie des iPhone-Produzenten geäußert. In dem Gespräch gab er an, dass es seinem Unternehmen nie um Gewinne oder den Aktienkurs gehe. Diese seien das Ergebnis, nicht das Ziel. "Für mich geht es immer um Produkte und Menschen. Haben wir das beste Produkt hergestellt und haben wir das Leben der Menschen verbessert? Wenn man beide Dinge hinbekommt – und die sind natürlich unheimlich miteinander verbunden, weil das eine zum anderen führt – dann hast Du ein gutes Jahr."

Er selbst habe bei Apple "nur gute Jahre" gehabt. "Nein, das meine ich ernst." Selbst als der Konzern von einem Umsatzstandpunkt her – im Vergleich zu heute – "im Leerlauf" gewesen sei, seien dies "unglaublich gute Jahre" gewesen, weil man das Gefühl gehabt habe, die Apple-Produkt-Pipeline werde besser. "Das konne man intern sehen. Extern wussten die Leute das natürlich nicht."

Als der iPod erschienen sei, habe Apple nicht gewusst, wie groß der würde. "Aber es war klar, dass er die Dinge auf unheimlich tolle Art verändern wird." Beim iPhone sei es schon klarer gewesen, dass man einen "Kategoriedefinierer" geschaffen habe, aber die enormen Auswirkungen, die das Gerät dann gehabt hat, hat man laut Cook auch bei Apple nicht abschätzen können.

Insgesamt wolle man die Erde "nicht schlechter hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben". Man stecke in seine Produkte "immer Menschlichkeit". Die Werte Apples seien sehr wichtig, weshalb man etwa an seinen US-Standorten zu 100 Prozent auf erneuerbare Energie setze. Auch in der Lieferkette versuche man, "alle Leute gut zu behandeln".

Apple sieht sich nicht als "Follower". Der Grund, warum manche Produkte vergleichsweise spät erscheinen, ist laut Cook, dass sich Apple jeweils die notwendige Zeit lässt. "Wir haben die Geduld, zu warten, bis etwas großartig ist." Manche Produkte, die die Konkurrenz bereits auf dem Markt hat, werden laut Cook bei Apple schon viele Jahre zuvor entwickelt, aber sind dann für den Konzern noch nicht marktreif.

Apples Geräteplanung für die nächsten Jahre ist laut Cook gut gefüllt. So muss der Konzern aufgrund der Tatsache, dass er seine eigenen ARM-Chips baut, stets drei bis vier Jahre im Voraus denken. "Bis in die 2020er" stehen laut Cook Produkte fest.

Wenn sich Apple für etwas entschieden hat "und das Produkt die Bahnstation verlässt", so Cook, könne man diesen Zug nicht mehr anhalten. "Wenn man danach eine großartige Idee hat, muss die auf den nächsten Zug warten." (bsc)