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Apple-CEO wird Chefberater an chinesischer Top-Hochschule

Das Managementinstitut an der Tsinghua-Universität hat einen neuen Vorsitzenden ihres Advisory Boards. Tim Cook trifft dort auf weitere US-Granden.

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Tim Cook bei einem Auftritt.

(Bild: dpa, Brian Powers/The Des Moines Register/AP/dpa)

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Mitten im Konflikt um die Löschung einer App für Hongkonger Demokratie-Demonstranten wird dem Apple-Chef in China eine wichtige Ehrung zuteil. Wie die School of Economics and Management (SEM) der renommierten Tsinghua-Universität in Peking mitteilt, hat sie Tim Cook zum Vorsitzenden (Chairman) ihres Beratungsausschusses (Advisory Board) ernannt. Dort soll er nun für drei Jahre dabei helfen, die Hochschule, die im Bereich der Technikausbildung als wichtigste Einrichtung des Landes gilt, voranzubringen, heißt es in der Mitteilung der Hochschule.

Cook ist schon seit 2013 Mitglied in dem Ausschuss. Dort trifft er auf andere Größen aus dem amerikanischen Management: So gehören auch Facebook-Boss Mark Zuckerberg, Dell-CEO Michael Dell, GM-Chefin Mary Barra und Pepsi-Boss Ramon Laguarta zu dem Board. Aus China ist Ali-Baba-Gründer Jack Ma dabei, aus Taiwan Foxconn-CEO Terry Gou, dessen Firma wichtigster Apple-Auftragsfertiger ist. Cook löst den bekannten Risikokapitalgeber Jim Breyer aus dem Silicon Valley als Chefberater der Tsinghua-Universität ab.

Cook sagte bei der jüngsten Sitzung des Advisory Board, er plane, mit den anderen Mitgliedern zusammen "die Weiterentwicklung der Hochschule zu fördern". Die Tsinghua-Universität solle zu einer Weltklasse-Einrichtung im Bereich des Wirtschaftsmanagements werden, so der Apple-Chef, der auch neue Mitglieder des Beratungsausschusses vorstellte.

Cooks Berufung kommt zu einer Zeit, in der Apple von der US-Politik scharf wegen seines Vorgehens in China kritisiert wird. Bekannte Abgeordnete und Senatoren beider politischer Lager hatten kürzlich einen direkten Brief an Tim Cook geschickt, in dem sie ihn auffordern, die sogenannte HKmap-Anwendung freizugeben und nicht mit chinesischen Zensoren zusammenzuarbeiten. Die iOS-App hilft Aktivisten in Hongkong, Polizeigewalt zu entgehen. Cook hatte zuvor in einem internen Memo behauptet, dass die Anwendung Gesetzeshüter gefährdet und zu Kriminalität beiträgt, was Mitglieder der Bewegung in Hongkong zurückwiesen.

Berichtet wurde außerdem, dass bei den neuen, eigenproduzierten Serien für Apples Streamingdienst Apple TV+ Kritik an China unerwünscht sei. Das Reich der Mitte ist Apples zweitwichtigster Absatzmarkt hinter den Vereinigten Staaten, zudem werden die meisten Produkte des Konzerns in dem Land montiert. (bsc)