Apple Card: Apple lockert Datenabflussverbot an Goldman Sachs

Dem Bankpartner der Kreditkarte wird erlaubt, mehr "anonymisierte Nutzungsdaten" zu speichern. Das soll unter anderem mehr Kunden einen Kartenvertrag erlauben.

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Die Apple Card enthält keine Kartennummer – und wird sowieso bevorzugt digital verwendet.

(Bild: Apple)

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Apples hauseigene Kreditkarte, die Apple Card, die aktuell nur in den Vereinigten Staaten von Amerika angeboten wird, gilt als besonders privatsphärenfreundlich. Der Konzern betont unter anderem, dass weniger Daten an Bankpartner und Marketingfirmen abfließen, als dies bei "normalem" Plastikgeld der Fall wäre.

Nun hat Apple allerdings eine neue Version seiner Privacy Policy für die Apple Card vorgelegt. Darin erlaubt das Unternehmen seinem Bankpartner Goldman Sachs mehr Zugriff auf Informationen – mit der Begründung, bislang ausgeschlossenen Kundengruppen einen Kartenvertrag anbieten zu wollen. Auch Apple selbst darf mehr mit den Kundendaten anstellen.

So wird der Konzern darüber informiert, wenn Goldman Sachs einem Kunden die Teilnahme an Kundenprogrammen angeboten hat und Kunden daran teilnehmen. Apple darf bestimmte Informationen aus der Apple-Card-Nutzung – etwa, ob ein Kunde eine Karten besitzt – für interne "Forschungs- und Analysezwecke" nutzen, etwa Finanzvorhersagen. Um Kreditrahmen bestimmen zu können, dürfen nun Informationen über Einkäufe bei Apple, die Gesamtlänge der Apple-ID-Mitgliedschaft und die Anzahl der Transaktionen bei Apple an Goldman Sachs weitergeleitet werden – damit die Bank ihre Kreditentscheidung "verbessern" kann. Dabei soll es aber nicht zur Übertragung von "persönlich identifizierbaren Informationen über Ihre Beziehung zu Apple" kommen. Wer das nicht möchte, muss Apple eine Opt-Out-E-Mail schreiben – hat dann aber womöglich weniger Chancen auf eine Karte.

Die Nutzer, die aktuell Probleme mit ihrer Kreditwürdigkeit haben, dürfen Goldman Sachs zusätzliche Daten übermitteln – und auch besagte Apple-Daten an die Bank geben, um ein Angebot zu erhalten oder ihren Kreditrahmen zu erhöhen. Beides ist allerdings nur per Opt-in aktivierbar. Weiterhin nimmt sich Apple das Recht heraus, Daten "über Ihre Beziehung mit Apple" mit "unseren Servicedienstleistern" zu teilen, die wiederum "sinnvolle Sicherheitsmaßnahmen" treffen müssen. Dazu gehört, dass persönliche Daten "nach Erfüllung der Dienste" sofort zu löschen sind.

Weiterhin hat Apple damit begonnen, Informationen über in Anspruch genommene Dienste genauer auf der Apple-Card-Abrechnung aufzuführen. Bislang war diese Anzeige unübersichtlich – künftig sieht man unter anderem gleich, welche App-Store-Programme man erworben hat.

Es ist nach wie vor unklar, wann die Apple Card nach Deutschland kommt. Das Management von Goldman Sachs hatte mehrfach betont, man sei an außeramerikanischen Märkten interessiert – und auch Apple-Chef Tim Cook macht Interessierten regelmäßig Hoffnung. Im vergangenen Jahr hatte es indes eine kurze Affäre um mögliche Diskriminierung bei der Kreditrahmenvergabe durch Apple und Goldman Sachs gegeben. (bsc)