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Apple-Chef: Keine Hintertüren für die NSA

In einem TV-Interview forderte Tim Cook erneut mehr Transparenz von der US-Regierung und erläuterte, wie Apple Teile der Produktion in sein Heimatland zurückholt.

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Apple-Chef Tim Cook bei einem Auftritt

(Bild: dpa, Asa Mathat/All Things DigitallArchiv)

Apple-Chef Tim Cook hat in einem TV-Interview erneut betont, dass es in den Servern des Konzerns keine Hintertüren für US-Geheimdienste wie die NSA gebe. "Vieles, was gesagt wurde, ist nicht wahr", erklärte Cook in dem am Wochenende ausgestrahlten Gespräch mit dem US-Fernsehsender ABC. "Es gibt keine Hintertür. Die Regierung hat keinen Zugang zu unseren Servern." So etwas sei mit der Apple-Führung auch nicht zu machen: "Sie müssten uns dafür in einer Kiste rausfahren – und das wird einfach nicht passieren."

Er werde im US-Kongress auf mehr Transparenz bei den Überwachungsmaßnahmen dringen, kündigte Cook an. Die amerikanische Internet-Branche befürchtet einen Vertrauensverlust bei den Kunden durch die Enthüllungen über ausufernde Schnüffelei des US-Geheimdiensts NSA.

Apple hatte zwar wiederholt betont, dass der Konzern im Gegensatz zu anderen Unternehmen wie Google oder Facebook seinen Gewinn vor allem mit dem Verkauf von Geräten statt mit Datendiensten mache. Allerdings nimmt auch Apple laut den vom Informanten Edward Snowden veröffentlichten NSA-Unterlagen an dem Programm Prism teil, über das der US-Geheimdienst per Gerichtsbeschluss auf Nutzer-Daten zugreifen kann. Cook sagte, man werde derzeit per "Gag Order" (gesetzliches Redeverbot) daran gehindert, darüber zu sprechen, wie viele Leute und Accounts von Überwachungsmaßnahmen betroffen seien.

An dem Gespräch, dessen Sendefassung knapp vier Minuten lang war, nahmen auch Software-Chef Craig Federighi und Bud Tribble, Teil des Ur-Mac-Teams, Teil. Es wurde zum Anlass des 30. Geburtstags des Mac am vergangenen Freitag geführt. Cook sprach dabei auch über Apples Bemühungen, Teile der Produktion in die USA zurückzuholen. So lässt Apple den neuen Mac Pro durch einen Auftragsfertiger in Austin, Texas herstellen und ging ein Joint Venture mit dem Saphirglasspezialisten GTAT ein, der in Arizona ein Werk errichtet. Wozu dieses Glas gebraucht wird, wollte Cook erwartungsgemäß nicht beantworten, ob es für ein größeres iPhone oder eine "iWatch" verwendet wird, sagte er nicht. "Es ist ein Ring", scherzte er. Apple setze weiterhin auf strikte Geheimhaltung zu neuen Produkten. "Wir glauben, dass die Menschen Überraschungen lieben." (mit Material von dpa) / (bsc)