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Apple-Chef: Sind nicht in Irland, um Steuern zu sparen

Tim Cook betont, Apple sei nicht wegen des Mini-Steuersatzes auf die Insel gekommen. Er wolle "die Community wachsen" lassen.

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Tim Cook war gerade auf EU-Besuch.

(Bild: dpa, Monica Davey)

Im Milliarden-Steuerstreit mit der Europäischen Kommission hat sich Apple-CEO Tim Cook zur Motivation seines Unternehmens geäußert, in Irland den größten hiesigen Standort zu betreiben. Sein Unternehmen sei nicht in dem Land wegen der Steuern, sagte Cook – auch wenn der Konzern laut Angaben von EU-Wettbewerbskommisarin Margrethe Vestager 2014 angeblich nur eine irische Steuerquote von 0,005 Prozent gehabt haben soll. Die Wettbewerbshüter in Brüssel hatten nach mehrjähriger Prüfung geurteilt, dass Apples Steuervereinbarungen in Irland eine unerlaubte staatliche Beihilfe darstellen. Apple habe insgesamt deutlich weniger als den eigentlich für alle Unternehmen in dem Land geltenden Satz von 12,5 Prozent gezahlt, hieß es.

Cook betonte nun im Rahmen seiner aktuellen EU-Reise, bei der er auch in Irland Station machte, Apple sei bereits seit 1980 in Irland, weil man dort eine Community gesehen habe, "von der wir dachten, dass wir sie wachsen lassen können". Man habe "eine Reihe von Dingen" geplant gehabt, "den Kontinent zu unterstützen". Dies habe man fast 40 Jahre durchgehalten. "Das war zwar keine gerade Linie – nichts im Leben ist eine gerade Linie, die Dinge gehen hoch und runter – aber es war immer in einer Richtung, die sich beschleunigt hat." Dies werde sich auch künftig nicht ändern, erwarte er.

Zuletzt war es Apple allerdings nicht gelungen, in Athenry in Galway ein gigantisches Rechenzentrum zu bauen. Anwohner hatten erfolgreich dagegen Einspruch erhoben, was den iPhone-Konzern schließlich dazu brachte, die Pläne einzustellen.

Insgesamt hat Apple in Irland 6000 Mitarbeiter. Zu denen sei man "committed", so Cook. Zudem soll es auf der Insel 300 Lieferanten für Apple geben, zudem zählt der Konzern 17.000 iOS-App-Developer. Der Bereich sei ein enormer Wachstumsmotor für Jobs, meinte Cook. Irland ist der einzige Standort Apples, in dem es noch eine vom Konzern selbst besessene Hardware-Fabrikation gibt. In Cork wird unter anderem der iMac zusammengeschraubt, wenn selbiger in einer "Configure-to-Order"-Bestellung von Kunden in Europa verlangt wird. (bsc)