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Apple-Chef: Steuersenkung auf Auslandsgewinne "gut für Amerika"

Die Rückführung von Auslandsgewinnen müsse niedriger besteuert werden, so Tim Cook – dies sei nicht nur für Apple von Vorteil, sondern auch für den "Kleinunternehmer an der Ecke". Der iPhone-Konzern parkt einen dreistelligen Milliardenbetrag im Ausland.

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Firmenchef Tim Cook bei der Entwicklerkonferenz WWDC.

(Bild: dpa, Marcio Jose Sanchez)

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Apple-Chef Tim Cook fordert eine deutlich niedrigere Besteuerung von Auslandsgewinnen bei der Rückführung in das Heimatland USA. Bei seinem Steuersenkungsvorschlag handele es sich nicht nur um den “engstirnigen Blick” auf das, was für Apple am besten wäre, sondern auf das, was “gut für Amerika” ist, betonte Cook in einem Interview mit dem Magazin Bloomberg Businessweek. Auch der “Kleinunternehmer an der Ecke” profitiere von einem gesenkten Steuersatz, denn auch dieser “werde die Chance sehen, seine Waren auf der ganzen Welt zu verkaufen” – und weiter in den USA ansässig zu sein.

Cook hat das derzeitige Steuerrecht mehrfach scharf kritisiert, es sei noch für das Industriezeitalter gemacht und rückwärtsgewandt. Bereits erzielte Gewinne sollten zu einem “angemessenen” Satz überführt werden – der aber verpflichtend sei, so Cook. Jeder müsse zahlen – egal, ob die Gewinne letztlich tatsächlich in die USA zurückgeführt werden. Der Steuersatz für die Rückführung zukünftiger Gewinne müsse “so niedrig wie möglich” sein – vielleicht 15 Prozent, vielleicht 20 Prozent. Absetzungen dürfe es dabei keine geben.

Für die Repatriierung von Auslandsgewinnen in die USA werden derzeit 35 Prozent Steuern fällig, sowie zusätzlich lokale Steuern des jeweiligen Bundesstaates – insgesamt fallen rund 40 Prozent an. Apple verfügt inzwischen einen Barmittelbestand von über 250 Milliarden US-Dollar, von dem ein Großteil im Ausland parkt. Statt Gelder zum derzeitigen Steuersatz heimzubringen, nimmt der Konzern lieber Schulden auf, um unter anderem Aktienrückkäufe und Dividenden zu finanzieren – inzwischen hat Apple über 100 Milliarden US-Dollar durch die Platzierung von Anleihen aufgenommen.

Sein Standpunkt sei “dramatisch anders” als der von US-Präsident Donald Trump, merkt Cook in dem Interview an – er hoffe aber, dass es Bereiche gibt, in denen das nicht der Fall sei, so schätze er Trumps Fokus auf US-Arbeitsplätze. Es sei schließlich sehr wahrscheinlich, dass Roboter simple Förderbandarbeiten schnell “absorbieren” werden. Fortschrittliche Produktion werde aber für viele Jobs sorgen – und dies könne auch in den USA wieder Arbeitsplätze schaffen.

In dem Interview bekräftigte Cook außerdem erneut seine Begeisterung für Augmented Reality und erklärte, dass der Enterprise-Markt “die Mutter aller Gelegenheiten” ist – in den man inzwischen auch vorstoßen kann, wenn man Produkte herstellt, die Endkunden wünschen. Der Fokus des neu vorgestellten vernetzten Lautsprechers HomePod liege auf Musik, weil dies noch gefehlt habe, so Cook. (lbe)