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Apple-Chef: "Will nicht US-Präsident werden"

In einem Interview hat Tim Cook über Apples politische Haltung und seinen Umgang mit Donald Trump gesprochen. Er selbst sei "unpolitisch".

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Apple-Chef Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook – hier mal im Anzug.

(Bild: dpa, Matt Dunham)

Seit Tim Cook CEO bei Apple ist, hat das Unternehmen eine dezidierte politische Haltung angenommen. Es setzt sich offiziell für mehr Umweltschutz in seiner Lieferkette ein, fordert mehr Diversität auch in den eigenen Reihen und kämpft mit dem eigenen Logo für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transgender-Personen. Cook selbst betont stets, sein eigenes Leben als schwuler Mann habe ihm dabei geholfen, dort hin zu kommen, wo er heute ist. Da stellt sich die Frage, ob der Apple-CEO weitere politische Ambitionen hegt.

Offenbar nicht, das jedenfalls sagte er nun in einem großen TV-Interview mit dem US-Finanzsender Bloomberg. In dem knapp halbstündigen Gespräch mit dem Finanzinvestor und Buchautoren David Rubenstein wies er Ambitionen auf das US-amerikanische Präsidentenamt zurück. Er sei selbst "unpolitisch", obwohl er sich sehr gerne mit politischen Regelungen beschäftige. Die Dysfunktion in Washington zwischen dem US-Kongress und anderen Bereichen der Regierung sorge aber dafür, dass er glaube, in seinem jetzigen Job "mehr für die Welt" tun zu können. "Es ist eine Sache, es zu lieben, Präsident zu werden, aber dann zu entscheiden, nicht als Kandidat zur Verfügung zu stehen." In den USA sollte dies nie passieren, "das schließt mich aus", erklärte Cook.

Sein öffentliches Outing habe er "für einen größeren Zweck" durchgeführt. Ihm sei bewusst geworden, dass es viele junge Menschen gebe, die von anderen nicht gut behandelt würden – inklusive ihrer Familien. "Die Kids müssen jemanden haben, der sagt: Die haben ein gutes Leben und sind schwul." Er selbst sei deshalb über seinen Schatten gesprungen, obwohl er das Faktum lieber privat gehalten hätte.

Zum Umgang mit US-Präsident Donald J. Trump sagte Cook, er habe ihm gesagt, wie wichtig der Welthandel sei. "Der Kuchen vergrößert sich für alle." In Sachen Immigration ist Cook dafür, dass Kinder von illegalen Einwanderern, die sogenannten Dreamer, eine Chance bekommen. Auch das hat er Trump gesagt. "Da reicht nur ein Gerichtsurteil und es kommt zur Katastrophe."

Apples Umsätze, die Cook in seiner Amtszeit um rund 80 Prozent gesteigert hat, sind dem CEO nicht wichtig. Aktienwert, Einnahmen und Profite seien nur "ein Ergebnis von dem, was wir auf Innovationsseite tun". Kunden müssten "wie Juwelen behandelt" werden, genauso wichtig sei die Nutzererfahrung. "Ich kenne die Zahlen nicht einmal, die sie da gerade genannt haben." So etwas sei "nicht einmal in meinem Orbit", wenn er ehrlich sei. Apple konzentriere sich auf die lange Sicht, nicht auf 90 Tage bis zu den nächsten Quartalszahlen. Entsprechend freue er sich auch, mit Warren Buffett einen neuen Großinvestor gefunden zu haben, der auf Langfristigkeit setze. (bsc)