Menü
Mac & i

Apple-Chef ruft nach Regulierung von Daten-Brokern

Tim Cook hat seinen Ruf nach einer DSGVO für die USA bekräftigt. Im Schatten agierende Datenhändler dürfe es nicht länger geben.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 80 Beiträge
Apple-Chef Cook

Apple-Chef Tim Cook.

(Bild: dpa, Monica Davey)

Apple-Chef Tim Cook hat den US-Kongress dazu aufgerufen, striktere Datenschutzgesetze auf Bundesebene zu erlassen. Nutzer dürfen die Kontrolle über ihr "digitales Leben" nicht verlieren und sollten auch nicht länger unverantwortliche Datensammlungen und Datenlecks erleiden müssen, schreibt Cook in einem offenen Brief und fordert die Politiker zum Handeln auf – es sei weder zu spät noch zu schwer, dieses Problem zu lösen. Innovation könne auch "Hand in Hand" mit dem Schutz der Privatsphäre erfolgen.

In eigener Sache: c't wissen DSGVO

Jetzt bestellen – das c't-Sonderheft zur DSGVO Highlights des Sonderhefts: DSGVO-Praxis von Fachjuristen; was 2019 wirklich wichtig ist; neue Pflichten für Unternehmen; Anforderungen an die IT-Sicherheit; Inklusive Webinar, Kurzpapieren, FAQs, Checklisten.

Der Apple-Chef fordert mehrere Maßnahmen nach dem Vorbild der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Die Erfassung persönlicher Daten solle so gering wie möglich ausfallen, der Nutzer müsse wissen, welche Daten gesammelt werden und er habe das Recht, auf diese zuzugreifen – und sie zu löschen. Zudem solle es ein Recht auf Datensicherheit geben. Cook betonte im vergangenen Jahr, er sei ein großer Fan der DSGVO, diese "ist ein unglaubliches Fundament, auf das wir alle aufbauen sollten".

Viele Datenschutzverstöße erfolgen allerdings "unsichtbar", merkt der Manager in dem vom Magazin Time veröffentlichten Schreiben an – etwa wenn Händler Informationen über Kundenaktivitäten an Daten-Broker übermitteln, die die Daten dann gebündelt weiterverkaufen. Es handele sich dabei derzeit um eine "Schattenwirtschaft", die weder Kunden noch der Gesetzgeber im Blick hätten.

Diese Datenhändler müssen deshalb ins Rampenlicht gezerrt werden – und sich bei der US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) registrieren, argumentiert Cook – erst dann können Endnutzer auch die dort angehäuften Daten einsehen und löschen.

Im vergangenen Herbst hatte der Apple-Chef bereits vor einem "datengetrieben-industriellen Komplex" gewarnt, das massive Sammeln von Daten könne zu Überwachung und Radikalisierung führen – und bedrohe die Meinungsfreiheit. Apple hat sich das Thema Datenschutz seit längerem auf die Fahnen geschrieben – und grenzt sich damit von der Konkurrenz ab. Detaillierte Nutzerdatensammlungen wie etwa von Facebook dürften gar nicht existieren, meinte Cook im vergangenen Jahr.

Mehr zum Thema:

(lbe)