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Apple-Chef zur iPhone-Akku-Affäre: "Hätten vielleicht klarer sein können"

Tim Cook hat sich erstmals öffentlich zur Leistungsdrosselung bei iPhones mit angeschlagener Batterie geäußert. Er kündigte an, dass sich die Funktion künftig abschalten lässt.

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Tim Cook

Cook bei einem Auftritt.

(Bild: dpa, Robin Van Lonkhuijsen)

Apple-CEO Tim Cook hat bei einem Interview im US-Fernsehen erstmals persönlich zur Akku-Affäre rund um das iPhone Stellung genommen. Der Konzern habe "vielleicht etwas klarer" sein können, als er vor einem Jahr ein Update vorgelegt hatte, das die Funktion implementierte, um die jetzt gestritten wird, sagte er gegenüber ABC News bei einem Aufritt in Reno, wo Apple ein neues Rechenzentrum baut.

Im Dezember hatte das Unternehmen einräumen müssen, dass die Prozessorleistung von iPhones ab Barureihe 6 reduziert wird, wenn deren Batterie unter eine bestimmte Kapazitätsgrenze gefallen ist. Damit soll vermieden werden, dass sich die Geräte unvermittelt abschalten. Zwar hat sich der Konzern öffentlich entschuldigt und bietet ein preislich stark reduziertes und mittlerweile mit längeren Wartezeiten verbundenes Batterietauschprogramm (29 Euro statt 89 Euro für Geräte außerhalb der Garantie) an, Konzernchef Cook selbst hatte zu dem Vorfall aber bislang nichts gesagt.

Cook wiederholte Apples Argumentationslinie, dass Batterien "altern und nach einer gewissen Zeit ungesund" würden. Dies erhöhe die Wahrscheinlichkeit unerwarteter Neustarts. "Als wir [das Update 10.2.1] herausbrachten, haben wir dies auch gesagt", das sei aber vielen Leuten nicht aufgefallen. "Da haben wohl einige nicht aufgepasst." Angaben zu einer Leistungsdrosselung hatte der Konzern allerdings nicht gemacht – diese waren erst durch Benchmarks von Nutzern und Hackern nachgewiesen worden. "Wir entschuldigen uns tief bei allen, die denken, wir hätten eine andere Art von Motivation gehabt", so Cook weiter. Apple war im Rahmen der Akku-Affäre vorgeworfen worden, der Konzern strebe mit der Leistungsdrosselung an, dass Nutzer mit defekter Batterie sich ein Neugerät kaufen. Dies hatte Apple stets zurückgewiesen.

Cook kündigte in dem Interview weiterhin an, dass Apple plane, mit einem kommenden Update die Leistungsdrossel abschalltbar zu machen. Dabei bleibt die volle CPU- und GPU-Leistung bei iPhones mit angeschlagenem Akku erhalten, auch wenn die Nutzer dann Abschaltungen riskieren. Eine Entwicklerbeta mit dieser Funktion soll nächsten Monat erscheinen. Bereits bekannt war, dass Apple künftig auf dem Gerät nähere Informationen zur Akkugesundheit geben will. Dazu muss man derzeit noch kostenlose Tools wie iMazing auf dem Mac oder Battery Life direkt auf dem Gerät einsetzen. (bsc)