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Apple: Erhöhte Forschungsausgaben bei weniger neuen Produkten

Die Entwicklungsausgaben haben sich in der Tim-Cook-Ära gemessen am Umsatzanteil mehr als verdoppelt, obwohl es außer der Watch keine neue Produktkategorie gab.

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Apple-Chef Tim Cook

Apple-Boss Cook ist seit 2011 an der Konzernspitze.

(Bild: dpa, Matt Dunham)

Apple gibt immer mehr Geld für Forschung und Entwicklung (F&E) aus – doch Analysten fragen sich, wohin diese Summen fließen. Seit Tim Cook im August 2011 an die Konzernspitze kam und die Nachfolge von Steve Jobs antrat, hat sich der F&E-Anteil am Umsatz von Apple signifikant erhöht, aber auch in absoluten Beträgen.

Dies stellt Toni Sacconaghi von AllianceBernstein in einem neuen Bericht an Kunden des Investmenthauses heraus. Unter Steve Jobs lag die Quote zuletzt bei 2,2 Prozent des Umsatzes. Dieser Wert hat sich seither auf 5,1 Prozent mehr als verdoppelt. Seit 2012 stiegen die Forschungsausgaben zudem schneller als das Umsatzwachstum. Insgesamt legte die Summe, die Apple im Jahr für R&D vorhält, von 3,4 MIlliarden Dollar auf 12,7 Milliarden zu.

Unter Tim Cook hat Apple allerdings nur eine einzige komplett neue Hauptgerätekategorie eingeführt – die Apple Watch im Jahr 2015. Alle anderen neuen Produkte – neben frischen Zubehörartikeln wie dem HomePod – kommen aus angestammten Hardware-Klassen, also Mac, iPhone, iPad, iPod touch sowie Apple TV.

Zudem gibt es zunehmend laute Kritik an Apples Vorgehen bei der Einführung neuer Geräte. So sind insbesondere einst populäre Desktop-Macs wie der Mac Pro oder der Mac mini völlig veraltet, selbst den Klassiker MacBook Air hat Apple kaum angefasst. Ein lange erwartetes Accessoire, die QI-Ladestation AirPower, hat Apple im September 2017 angekündigt, seither ist nichts mehr von dem Gerät zu hören.

Bekannt ist, dass Apple an eigenen autonomen Fahrzeugen – oder zumindest Software für diese – werkeln soll. Das "Project Titan" alias "iCar" soll allerdings einige Rückschläge hinter sich haben – beschäftigt(e) aber Tausende Mitarbeiter. Weiterhin interessiert sich Apple stark für Augmented Reality und bastelt angeblich an einem eigenen AR-Headset oder gar einer mobilen Brille.

AllianceBernstein-Analyst Sacconaghi meint, die F&E-Effizienz sei unter Tim Cook gegenüber seinem Vorgänger Jobs insgesamt zurückgegangen. Dieser hatte das iPhone im Vergleich zu heutigen Budgets zum Spottpreis entwickeln lassen. Denkbar sei aber auch, dass Apple "eine beschleunigte Ankündigung von neuen Produkten und Diensten" plane – in naher bis mittlerer Zukunft. (bsc)