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Apple-Händler mStore am Ende

Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, das die Mac-Kette retten sollte, ist gescheitert. Man habe keine rechtzeitige Einigung mit den Gläubigern erzielt, hieß es.

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Das Verfahren der Insolvenz in vorläufiger Eigenverwaltung, das der große deutsche Apple-Filialist mStore im März beantragt hatte, war nicht erfolgreich. Wie das Unternehmen am Mittwochmorgen in einer Mitteilung angab, sei es leider nicht gelungen, die Restrukturierung positiv zu beenden. "Trotz des Interesses einiger Investoren konnte aus insolvenztechnischen Gründen keine rechtzeitige Einigung erzielt werden", erklärte das Unternehmen.

Die Gläubigerversammlung stimmte demnach in der vergangenen Woche weiteren Verhandlungen nicht zu und empfahl, die Eigenverwaltung aufzuheben. Aus der bisherigen Sachwalterin, Sylvia Fiebig von der Kanzlei White & Case, wird die Insolvenzverwalterin. Die Ladengeschäfte werden nun mit zwei temporären Ausnahmen (siehe unten) geschlossen, die Mitarbeiter entlassen.

Von der Insolvenz in vorläufiger Eigenverwaltung betroffen waren neben dem Hauptquartier in Hamburg auch die Filialen in ganz Deutschland. Dazu gehören drei "M&M:Trading!"-Häuser in Berlin-Charlottenburg, Bremen und Hamburg sowie 14 "mStore"-Shops von München bis Kiel. Aus Bremen berichtete am Dienstag ein Mac & i-Leser, dass die Filiale bereits leergeräumt sei. Im Juni waren zuvor bereits im Rahmen des Eigenverwaltungsverfahrens Läden in Berlin, Leuna-Günthersdorf und Essen dicht gemacht worden.

Laut der Mitteilung von mStore lief bereits seit dem 1. Juni ein sogenanntes Regelverfahren. Dabei sei es nicht möglich gewesen, mit finanziellen Mitteln einzelner Läden die Verluste anderer Filialen auszugleichen. Investoren dafür hätten sich nicht bereitgefunden. Das Scheitern des Verfahrens betrifft neben den Stores auch die Einkaufsgesellschaft von mStore.

mStore-Filiale: Diese hier ist bereits dicht.

(Bild: mStore)

Zunächst bestehen bleiben sollen bis zur nächsten Gläubigerversammlung Ende August nur die Filialen in Berlin und Hamburg, zudem wird der Online-Shop "bis auf weiteres" zugänglich sein. Allerdings kann die Insolvenzverwalterin hier auch vorher anders entscheiden und schließen, wie es aus Unternehmenskreisen hieß. Die Verträge der verbliebenen Mitarbeiter laufen zudem nur bis Ende August. Bei mStore hofft man, dass man einzelne Filialen an "lokale Handelspartner" losschlagen kann, damit teils langjährige Angestellte weiterbeschäftigt werden können. Deshalb sei noch nicht ganz klar, wie viele der Läden tatsächlich komplett verschwinden, sagte mStore-Chef Martin Willmann gegenüber Mac & i.

Für Kunden von mStore ist die Sache potenziell unangenehm: Momentan sollen sich offene Aufträge im sechsstelligen Wert im Unternehmen befinden. Diese unterlägen momentan einer "Einzelprüfung", so mStore. Wer noch Hardware bei mStore stehen hat, um sie reparieren zu lassen, muss die Rückgabe bei der Anwaltsfirma der Insolvenzverwalterin beantragen. Wie Willmann gegenüber Mac & i sagte, sollten die betroffenen Kunden informiert worden sein. "Die Kunden kriegen auf alle Fälle ihr Eigentum zurück."

mStore-Chef Willmann hatte bei Einleitung des Insolvenzverfahrens in vorläufiger Eigenverwaltung angegeben, die Kette habe zwar im letzten Jahr ihren bislang höchsten Umsatz geschrieben, man sei aber aufgrund der Margensituation sowie Rabattaktionen in die roten Zahlen gerutscht. Er räumte außerdem Managementfehler ein. Laut Willmann soll es einen "Wunschinvestor" gegeben haben, dem die Gläubigerversammlung dann aber nicht den Zuschlag erteilte. Zudem galt das komplexe Firmengeflecht, unter dem mStore operierte, als Problem.

Apple-Händler leiden in Deutschland auch an Apples großem Markteintritt mit eigenen Geschäften, wie Comspot-Geschäftsführer Michael Hencke erst Ende Juni im Interview mit Mac & i sagte.

Im aktuellen Heft 4/2014 (am Kiosk und online bestellbar) hat sich Mac & i in einem ausführlichen Beitrag mit dem Kampf der Apple-Händler in Deutschland beschäftigt. (bsc)