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Apple-Handelskette Gravis verkauft Systemhaus HSD Consult

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Die Apple-Kette Gravis will sich künftig auf das Endkundengeschäft (Business-to-Customer, B2C) konzentrieren. Dazu verkauft der Filialist rückwirkend zum 1. Januar 100 Prozent seiner Anteile am Mac-Consulting-Unternehmen HSD Consult mit Sitz in Berlin. Das Systemhaus wird von Computacenter übernommen, einem herstellerübergreifenden IT-Infrastruktur-Dienstleister.

Gravis-Gründer Archibald Horlitz sagte dazu in einer Stellungnahme, HSD könne über Computacenter einen "direkten Zugang zu einer wesentlich größeren Kundenbasis und einem breiteren Produkt- und Servicespektrum" erhalten, als dies innerhalb der Gravis-Gruppe möglich gewesen sei. Gravis wolle aber auch in Zukunft mit HSD und dem neuen Besitzer Computacenter zusammenarbeiten.

Über den Verkaufspreis vereinbarten Gravis und Computacenter Stillschweigen. HSD soll laut Gravis 2010 im Business-to-Business-Markt (B2B) mit Apple-Produkten und verbundenen Dienstleistungen einen Umsatz von immerhin 24 Millionen Euro gemacht haben. Die Firma sieht sich damit als führendes Systemhaus für Mac-Technik in Deutschland. Computacenter hat seinen Hauptsitz in Großbritannien und beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter.

Gravis betonte, man werde sich nach dem Verkauf von HSD auf das "wachstumsstarke Kerngeschäft" konzentrieren. Das sei nun einmal der B2C-Markt, sagte Horlitz. Gravis stärke zudem seine Eigenkapitalbasis. Faktisch bedeutet dies den weiteren Ausbau des Ladenetzes in Deutschland. Der Verkaufserlös komme "genau zum richtigen Zeitpunkt", so der Gravis-Chef. Das Unternehmen wolle das momentan positive Marktumfeld "für einen deutlichen Ausbau unserer Marktposition in Europa" nutzen. Außerdem wolle man sein Produktsortiment ausweiten, etwa in den Bereichen "Digital Lifestyle, Telekommunikations- und Mobility-Lösungen".

Gravis erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von rund 160 Millionen Euro und beschäftigt 700 Mitarbeiter in 28 eigenen Läden. Die Apple-Kette hatte zuletzt nach Investoren gesucht, um ihr Filialnetz weiter ausbauen zu können. Dieser Ausbau binde "richtig Cash", hatte Firmenchef Horlitz im Januar gegenüber der Financial Times Deutschland gesagt. (bsc)