Menü
Mac & i

Apple-Hauptversammlung: Gute Stimmung, aber ohne Steve Jobs

vorlesen Drucken Kommentare lesen 39 Beiträge

Die Nachfolgeregelung für den erkrankten Apple-Chef Steve Jobs bleibt weiterhin geheim: Am Mittwoch stimmten die Aktionäre auf Apples Hauptversammlung gegen einen Antrag einiger Investoren, der den Konzern zur Offenlegung einer Nachfolgeregelung verpflichtet hätte. Das ergab die vorläufige Auszählung der Stimmen.

Jobs selbst nahm an dem Treffen schon zum zweiten Mal nicht teil. Er hat aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit genommen. Der Apple-Gründer hat eine Krebserkrankung und eine Lebertransplantation hinter sich. Auf Paparazzi-Fotos und -Videos in US-Bouleavardmedien schien er zuletzt geschwächt. Zurückgezogen hat er sich allerdings keineswegs: Kürzlich nahm Jobs auch an einem Abendessen mit US-Präsident Barack Obama teil.

Apple kommentiert Jobs' aktuellen Zustand nicht: Weder ist bekannt, was ihm fehlt, noch wann er zurückkehrt oder wer ihm im Notfall als Firmenchef nachfolgen soll. Diese Geheimniskrämerei hat unter Anlegern für Unmut gesorgt: Jobs steht für Apple, auch wenn zuletzt eine Befragung unter Kunden ergeben hatte, dass diese auch ohne den populären Manager Apple-Produktkäufer bleiben würden.

Jobs, der an diesem Donnerstag seinen 56. Geburtstag feiert, hat Apple zuletzt als geistiger Vater des iPod-Musikspielers, des iPhone-Handys und des iPad-Tablet-Computers geprägt. Alle Produkte sind Verkaufsschlager und sorgen für Milliardengewinne. Das wiederum hat den Aktienkurs auf Spitzenwerte getrieben. Apple ist mit 316 Milliarden Dollar (230 Milliarden Euro) das zweitteuerste US-Unternehmen nach dem Ölmulti ExxonMobil und fast drei Mal so viel wert wie der deutsche Industrieriese Siemens.

Derzeit führt der für das Tagesgeschäft zuständige Chief Operating Officer Tim Cook das Unternehmen. Er leitete auch die diesjährige Hauptversammlung. Bei dem Aktionärstreffen wurden im Rahmen einer Fragestunde zudem weitere Details zum aktuellen Apple-Geschäft genannt. So sei ein großes Rechenzentrum in North Carolina, von dem Beobachter die Versorgung neuartiger Streaming-Dienste erwarten, im Frühjahr einsatzbereit. Was genau Apple hier vor hat, sagte das Unternehmen nicht, die Dienste iTunes und MobileMe würden von hier aus aber unterstützt, ebenso Apple-interne Systeme.

Zum Streit um neuartige Abo- und Content-Dienste im iOS App Store hieß es, Apple benötige den nun strikt gewünschten Anteil von 30 Prozent der Umsätze von den Inhalteanbietern. Der Softwareladen selbst bewege sich nur "kurz über dem Break-Even", sei also keine große Profitmaschine. Zu Googles Konkurrenzdienst One Pass hieß es, dieser sei nicht mit dem Apple-Angebot vergleichbar, da er derzeit nur für das Web gelte.

Die Ideen der Investoren wurden dann zum Schluss auch nicht komplett abgeschmettert: Der Vorschlag, Apples Board of Directors (vergleichbar einem Aufsichtsrat, in dem auch Firmenmanager sitzen) künftig per Mehrheitswahl zu bestimmen, wurde laut vorläufiger Zählung angenommen – obwohl Apple selbst sich dagegen ausgesprochen hatte. (bsc)