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Apple: Kein Interesse an Kauf weiterer Musikstreaming-Dienste

Der Apple-Music-Chef hat die Spekulationen über eine Übernahme des Streaming-Dienstes Tidal zurückgewiesen, Apple laufe jetzt "sein eigenes Rennen".

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Von links nach rechts: Apple-Music-Chef Jimmy Iovine, Apple-Chef Tim Cook, Dr. Dre und Apples Content- und Cloud-Chef Eddy Cue

Von links nach rechts: Apple-Music-Chef Jimmy Iovine, Apple-Chef Tim Cook, Dr. Dre und Apples Content- und Cloud-Chef Eddy Cue.

(Bild: Apple)

Apple ist den Gerüchten um Verhandlungen zur Übernahme des Musikdienstes Tidal entgegengetreten: "Wir sind nicht auf den Kauf irgendeines Streaming-Dienstes aus", betonte Apple-Music-Chef Jimmy Iovine gegenüber Buzzfeed in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview. "Wir laufen wirklich unser eigenes Rennen."

Im Sommer hatten US-Medien unter Berufung auf informierte Personen von Gesprächen zwischen Apple und Tidal berichtet. Der Tidal-Chef Jay-Z versucht, den Streaming-Dienst mit einem Exklusiv-Angebot bekannter Künstler, darunter seine Ehefrau Beyoncé, attraktiver zu machen und nimmt dafür hohe Kosten in Kauf. Apple setzt zur Etablierung von Apple Music ebenfalls erheblich auf Exklusiv-Titel.

Der mit Jay-Z befreundete Künstler Kanye West hatte Apple jüngst dazu aufgefordert, Tidal einfach zu kaufen – statt sich gegenseitig zu bekämpfen und damit dem Musikgeschäft zu schaden.

Marktführer im Musikstreaming ist weiterhin Spotify, das Unternehmen erreichte inzwischen die Marke von 40 Millionen zahlenden Abo-Kunden und wuchs zuletzt deutlich schneller als die Nummer zwei Apple Music. Bei Spotify kamen seit der vergangenen Wasserstandsmeldung Mitte März rund zehn Millionen Abo-Kunden hinzu. Andere Streaming-Dienste wie Google Music (das Spotify in den USA dicht auf den Fersen sein soll) oder Napster haben in letzter Zeit keine Abonnenten-Zahlen bekannt gegeben.

Spotify hat auch eine Gratis-Version und nach Stand von Juni insgesamt mehr als 100 Millionen aktive Nutzer. Apple Music, das auf ein werbefinanziertes kostenloses Angebot verzichtet, hat nach Angaben von vergangener Woche 17 Millionen Abo-Kunden - zwei Millionen mehr als Anfang Juni.

Beim Start von Apple Music im Sommer 2015 hatten Branchenbeobachter erwartet, dass Apple dank der starken Position im Download-Geschäft und der vorinstallierten Musik-App auf dem iPhone den Streaming-Markt schnell aufrollen könnte. In der gerade eingeführten Betriebssystemversion iOS 10 hat Apple auch die zuvor überfrachtete Musik-App umgestaltet und will jetzt unter anderem die vorgeschlagenen Wiedergabelisten besser personalisieren.

Der Musik-Manager und Produzent Iovine war mit der 3-Milliarden-Dollar-Übernahme des Kopfhörer-Anbieters Beats zu Apple gekommen, zu dem auch der gleichnamige Streaming-Musikdienst gehörte. (Mit Material der dpa) / (lbe)