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Apple-Läden in Indien: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Bislang lehnt die Regierung es ab, dass der iPhone-Hersteller eigene Stores auf dem Subkontinent errichtet. Es gibt aber Gespräche über eine Ausnahmegenehmigung.

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Bislang gibt's in Indien nur Reseller wie diesen "iStore".

(Bild: Reuben Strayer / Flickr / cc-by-sa-2.0)

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Nachdem es zunächst hieß, Apple werde für die Errichtung eigener Ladengeschäfte in Indien keine Genehmigung vom zuständigen indischen Finanzministerium erhalten, scheint die Diskussion um den groß geplanten Markteintritt nun wieder offen zu sein.

Nirmala Sitharaman, Ministerin für Handel und Industrie im Bundeskabinett, sagte am Montag, man spreche derzeit über die sogenannte Foreign Direct Investment Application (FDI) des Konzerns. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Apple wünscht sich eine Ausnahmegenehmigung von den eigentlich sehr strikten Regeln für ausländische Investoren auf dem Subkontinent. Diese besagen unter anderem, dass in Ladengeschäften einer ausländischen Kette mindestens 30 Prozent der verkauften Produkte aus Indien stammen müssen. Apple produziert allerdings bislang weder Macs noch iPhones in dem Land – auch beim Zubehör dürften indische Produkte die Ausnahme bilden.

Ausländische Firmen, die qualitativ hochwertige oder besonders innovative Produkte verkaufen, erhielten in der Vergangenheit eine FDI-Genehmigung – seit letztem Jahr ist deren Beantragung möglich. Doch sie war Apple im Mai zunächst versagt worden. "Die Sonderregelung ist noch jung, wir sind mit den Genehmigungen noch vorsichtig", erklärte dazu ein Ministeriumssprecher. Die Regierung wolle vermeiden, gegenüber anderen IT-Unternehmen in Zugzwang zu geraten. Doch die Diskussion scheint noch nicht abgeschlossen zu sein.

Im Handels- und Industrieministerium soll man positiv gegenüber dem Apple-Antrag eingestellt sein – ein von der Ministerin eingesetztes Panel spreche sich dafür aus, die 30-Prozent-Regel für den iPhone-Produzenten auszusetzen. Allerdings ist sich die Regierung offenbar intern nicht einig. Dem Foreign Investment Promotion Board (FIPB), das ausländische Investoren anlocken soll, fehlt es laut dem Bericht an Unterlagen seitens Apple, die den Antrag untermauern. Das FIPB gehört zum Finanzministerium. Handelsministerin Sitharaman will nun einen Dialog mit diesem führen.

Für Apple ist Indien ein sehr spannender Zukunftsmarkt – der Subkontinent mit seiner zunehmend wachsenden Mittelklasse könnte laut Konzernchef Tim Cook so wichtig werden wie China. Neben der Einrichtung von Ladengeschäften will Apple unter anderem auch aufgearbeitete Gebrauchtgeräte ("Refurbished") in Indien verkaufen, die man kostengünstiger anbieten könnte als Neuware – letzteres wurde aber kürzlich verboten. (bsc)