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Apple Maps im Web verfügbar: Konkurrenz für Google & Co.?

Wer bestimmte URLs kennt, kann den Kartendienst des iPhone-Herstellers nun auch in externen Browsern wie Firefox oder Chrome verwendet.

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Das Reichstagsgebäude in Apple Maps, aufgerufen in Firefox.

(Bild: Screenshot maps.apple.com)

Bislang lässt sich Apples hauseigener Kartendienst offiziell nur mit Anwendungen des Herstellers nutzen – Apple Maps auf Mac, iPhone und iPad. Wie Nutzern von macOS Sierra nun aufgefallen ist, spuckt Apple bei der Suche nach Orten im hauseigenen Safari-Browser seit kurzem aber erstmals auch Links aus, die ins freie Web führen – genauer gesagt auf die Website "maps.apple.com". Standardmäßig wird dieren Homepage auf Apples Marketingseite zum Thema Karten umgeleitet; man kennt sie aber auch schon von der "Mein iPhone suchen"-Funktion in iCloud, die seit 2014 von Google Maps auf Apples eigenen Kartendienst umgezogen wurde.

Ein Beispiellink zu Apples Kartendienst wäre diese hier zum John Hancock Center in Chicago – entdeckt hat sie der Twitter-User Alan Miller. Man kann sich aber auch eigene Apple-Kartenseiten erstellen. Es gibt zwar kein Suchfeld und keine Startseite, wie man sie von Google Maps und Co. kennt, doch eine URL-Anpassung reicht. So führt "https://maps.apple.com/place?address=berlin%0Areichstag" zum Berliner Reichstag.

Je nach Ort zeigt Apples Kartenseite verschiedene Details wie Telefonnummern, genaue Straßenadressen, Öffnungszeiten, Yelp-Bewertung sowie sogar Fotos und einen Ausschnitt aus der Wikipedia an. Die auf der Ortsseite integrierte Karte ist vergleichsweise klein, sie lässt sich aber zoomen. Zudem ist ein Knopf "Open in Maps" vorhanden, mit dem man die Karte in der Apple-Maps-App öffnen kann.

Ob Apple seinen Web-Kartendienst wirklich weiter öffnet oder die neuen Ortsseiten schlicht zur Nutzerbequemlichkeit eingeführt hat, damit User sie auch mit Freunden und Bekannten unter Windows austauschen können, bleibt abzuwarten. Spekulationen, Apple könnte mit seinem eigenen Kartendienst gegen Google Maps und Konsorten antreten, existieren allerdings bereits seit 2012.

Apple hatte bei der Einführung von Apple Maps unter iOS im Herbst 2012 anfangs mit schweren Problemen zu kämpfen – so war die Datenqualität im Vergleich zur Konkurrenz eher schlecht. Konzernchef Tim Cook sah sich genötigt, eine offizielle Entschuldigung zu veröffentlichen und versprach, den Dienst schnell zu verbessern. Das dürfte mittlerweile geglückt sein – unter iOS ist Apple Maps beliebter als Google Maps. (bsc)