Menü

Apple Maps in Russland: Krim als russisches Staatsgebiet

Die Schwarzmeer-Halbinsel wird auf Druck der Duma in Moskau vom US-Konzern Apple nun offiziell als zu Russland gehörend geführt – zumindest in dem Land.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 222 Beiträge

Krim-Bezeichnung in Russland.

(Bild: Screenshot via The Verge)

Von

Nutzer in Russland haben bemerkt, dass die Krim in Apples Kartendienst Apple Maps nun als Teil Russlands tituliert wird. Allerdings sehen nur User mit diesem Standort die Schwarzmeer-Halbinsel und ihre Städte mit dem Zusatz "Russland". "Apple hat seine Korrekturen in den geografischen Bezeichnungen der Krim und der Stadt von föderaler Bedeutung – Sewastopol – umgesetzt. Umgesetzt gemäß der Verfassung der Russischen Föderation", sagte Wassili Piskarjow, Chef des Sicherheitsausschusses des russischen Parlaments, der Duma, am Mittwoch in Moskau.

Russland hatte unter Androhung hoher Strafen auch von Google immer wieder gefordert, die Kartenbezeichnungen zu ändern. Der Suchmaschinenriese ordnet die Krim bislang keinem Land zu. Neben Apple Maps taucht die Krim auch in der Wetter-App unter iOS nun als Teil von Russland auf.

Von Apple gab es auf Anfrage dazu zunächst keine Stellungnahme. Außerhalb Russlands sehen Nutzer die Krim weiterhin als Autonome Republik – aber ohne Zusatz Ukraine. Russland hatte sich die völkerrechtlich zur Ukraine gehörende Halbinsel 2014 gegen internationalen Protest einverleibt. Piskarjow kündigte an, die Karten nun regelmäßig zu prüfen.

Pikant ist der Fall, weil die USA neben der EU gegen Russland wegen der Krim-Annexion Sanktionen verhängt haben. Unternehmen, die Russland entgegenkommen in der Krim-Frage, werden in aller Regel mit harten Sanktionen des Westens bestraft. Ob die nun auch Apple drohen, bleibt unklar. Der Konzern betont stets, sich an lokale Gesetze zu halten – das gilt etwa auch in China, wo die Flagge von Taiwan aus iOS verbannt wird.

Der ukrainische Außenminister Wadim Pristaiko reagierte verärgert auf die Änderung. Per Twitter forderte er die Technologiefirma zum Umdenken auf und bezeichnete die Krim als "Herzstück" seines Landes.

Die Firma mit dem Apfel solle bei dem bleiben, womit sie sich auskenne: Hochtechnologie und Unterhaltung. "Globale Politik ist nicht ihre starke Seite", betonte der Diplomat. Die US-Firma ist in der Ukraine – anders als in Russland – nicht vertreten. (dpa) / (bsc)