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Apple-Mitbegründer: Merkel "versteht KI nicht"

Steve Wozniak hat sich in einem Interview negativ zur Digitalstrategie der Kanzlerin geäußert. Große Datenmengen seien zur Entscheidungsfindung nicht immer notwendig.

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Steve Wozniak

Wozniak hatte Apple 1977 zusammen mit Steve Jobs und einem dritten Partner, Ronald Wayne, gegründet.

(Bild: dpa, John G. Mabanglo/EPA File)

Apple-Mitbegründer Steve Wozniak hat in einem Interview die Digitalstrategie der deutschen Bundeskanzlerin kritisiert. Auf die Frage, was er von der Aussage Angela Merkels halte, dass Bürger ihre Ängste um Daten und deren Nutzung ablegen sollten, damit Deutschland den Boom bei der Künstlichen Intelligenz (KI) nicht verpasse, sagte er gegenüber der Wirtschaftsseite BusinessInsider, die Kanzlerin habe nicht verstanden, was KI ist.

"Sie versteht nicht, dass KI keine echte Intelligenz wie die des menschlichen Gehirns ist", sagte Wozniak. Wenn Merkel denke, dass wir künftig Big Data bräuchten, um Entscheidungen zu treffen, nehme das "uns einen Teil unseres menschlichen Wesens, zu dem uns die Evolution gemacht hat".

Merkel hatte gesagt, KI ohne Daten sei "wie Kühe ohne Futter". Wozniak sieht das anders, er glaubt, dass Fortschritt auch ohne das beschränkungslose Weitergeben von Informationen möglich ist. "Durch das Teilen von Daten werden wir zu Subjekten, die von anderen kontrolliert werden." Er möge diesen Gedanken nicht. Menschen sollte unabhängig und frei sein. "Das ist der Pfad der Kreativität."

Wozniak hatte Apple zusammen mit dem im Oktober 2011 verstorbenen Steve Jobs im Jahr 1977 gegründet und war maßgeblich für die ersten Erfolgsmodelle Apple I und Apple II verantwortlich. Apple verließ er schließlich Mitte der 1980er Jahre, ist aber immer noch mit dem Unternehmen verbunden und regelmäßig auf Veranstaltungen zu sehen.

In dem Gespräch mit BusinessInsider sprach Wozniak auch über den Dieselskandal bei Volkswagen und weiteren deutschen Autoherstellern. Er glaube, dass alle großen Unternehmen "in einem gewissen Ausmaß" lügen, um Geld zu verdienen. "Ich denke jetzt nicht, dass das nur ein Phänomen unserer Zeit ist. ich hatte schon früher Autos von Mercedes. Es ist das beste Produktionsauto der Welt. Aber jetzt mag ich meinen Tesla sehr." Er wolle nie wieder eine Tankstelle anfahren. Er warte auf einen "vernünftigen elektrischen Mercedes". (bsc)