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Apple-Music-Chef: Gratis-Musik-Streaming muss eingeschränkt werden

Kostenlose Musikangebote hemmen das Wachstum der bezahlten Streaming-Dienste, moniert Apple-Music-Chef Jimmy Iovine. Der Gratiszugang müsse schwerer und eingeschränkter werden – und die Abodienste besser.

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(Bild: dpa, Sebastian Kahnert)

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Um Musik-Streaming-Abos attraktiver zu machen, müssen Labels die Nutzung kostenloser Angebote erschweren und stärker einschränken, fordert Apple-Music-Chef Jimmy Iovine in einem Interview mit Music Business Worldwide. Das Gratisangebot an Musik sei “technisch so gut und allgegenwärtig, dass es das Wachstum der bezahlten Streaming-Dienste hemmt.” Nutzer, die für ein Musik-Abo zahlen, sollten bevorteilt werden, meinte Iovine – “die Labels schulden dies ihren Kunden”.

Sein Job wäre “sehr einfach”, wenn Apple Musik ähnlich wie Spotify auch ein kostenloses Angebot bereitstellen würde – “wir hätten 400 Millionen Nutzer dafür”, glaubt Iovine. Apple Music hat nach Apples Angaben inzwischen “weit über” 20 Millionen zahlende Kunden – Stand Februar. Konkurent Spotify hat im März mitgeteilt, über 50 Millionen zahlende Abonnenten zu führen – mitsamt dem Gratisangebot liegt die Zahl der aktiven Nutzer wohl weit über 100 Millionen.

Zugleich müssten die Abo-Dienste aber auch besser werden, um neue Kunden zu locken, erklärt Iovine – deshalb steige Apple in das Geschäft mit Videoinhalten ein. Der iPhone-Konzern hat bislang unter anderem die Casting-Show “Planet of the Apps” sowie neue Folgen der populären Musiksendung “Carpool Karaoke” produziert, die demnächst über Apple Music ausgestrahlt werden sollen, weitere Projekte sind in Arbeit. Exklusive Musik-Angebote zum Kundenfang will Apple künftig zurückfahren: “Die Labels scheinen es nicht zu mögen”, sagte Iovine, Apple werde sich nun auf eigene Videoangebote konzentrieren.

Apple sucht inzwischen offenbar auch einen Programmdirektor, der die wachsenden Videoambitionen leitet. Apple Music ist Teil der in iOS vorinstallierten Musik-App, der Dienst wird dort auch auffällig beworben und nimmt wichtige Teile der Bedienoberfläche ein. iOS 11 wird Videos einem Bericht zufolge prominenter in der vorinstallierten Musik-App platzieren. (lbe)