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Apple Music: Kürzere Probephase und Umbau dank neuem Boss

In den USA wird die Gratisperiode teilweise von drei Monaten auf einen reduziert. Der neue Abteilungschef aus Deutschland setzt auf globales Wachstum.

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Apple Music auf dem Mac.

(Bild: Apple)

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Apple gibt sich bei seinem hauseigenen Streamingdienst offenbar knausriger als zuvor. Im Netz sind Werbebanner für die amerikanische Variante von Apple Music aufgetaucht, in denen nur noch von einer einmonatigen Probephase die Rede ist, bevor gut 10 US-Dollar im Monat für den Songservice fällig werden. Zudem nennt die offizielle Website keine konkrete Zeitperiode für das kostenlose "Trial" mehr.

Bislang gab sich der Konzern – wohl auch, um im Kampf mit Spotify zu punkten – großzügig. Der Service glänzte mit einer drei Monate dauernden Gratiszeit, bevor ein einziger Cent gezahlt werden musste. In Deutschland und anderen Ländern ist dies auch tatsächlich noch so. Wie lange es dabei bleibt, ist jedoch unklar; der Konzern tritt umsatzmäßig bei seinem Dienstegeschäft aktuell aufs Gas, da stören so lange Probephasen offenbar.

Auch an anderer Stelle gibt es bei Apple Music Umbauarbeiten. Der aus Deutschland stammende neue Chef Oliver Schusser habe einen zurückhaltenden und effizienten Stil, berichten US-Medien und habe damit "interne Konflikte" unter seinem Vorgänger, dem Musikmanager Jimmy Iovine, aufgelöst. Er sei eine Art "teutonischer Barack Obama" mit "unerschütterlicher Ruhe", so das Fachblatt Billboard in einem Porträt von vor einigen Wochen.

Schusser betont den Einsatz eigener Mitarbeiter im redaktionellen Bereich von Apple Music. Komplett auf Algorithmen zu setzen, um den Musikgeschmack der Leute zu treffen, hält er für falsch. Apple habe eine Verantwortung gegenüber den Kunden, dass Menschen empfehlen, wie eine Wiedergabeliste auszusehen hat und wer die künftigen Superstars seien. Schusser setzt dabei explizit auf globale Märkte mit angepassten Angeboten.

Schusser habe darüber hinaus die "Kultur kreativen Experimentierens" bei Apple Music gestärkt. Zuletzt konnte der Dienst von 40 auf 60 Millionen Kunden wachsen, liegt allerdings immer noch hinter Spotify. (bsc)