Apple Music: iCloud-Musikmediathek wirbelt iTunes-Bibliotheken durcheinander

Die Option eigene Musik für alle Geräte freizugeben sorgt Nutzerberichten zufolge teils für erheblichen Ärger: Das Aktivieren der neuen iCloud-Mediathek kann zu Dopplungen, ausgetauschten Cover-Bildern und verschwundenen Wiedergabelisten führen.

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iCloud Music
Von
  • Leo Becker

Das Aktivieren der mit Apple Music neu eingeführten “iCloud-Musikmediathek” kann zu Problemen führen: Die neue Mediathek bringt Nutzerberichten zufolge bestehende iTunes-Bibliotheken teils erheblich durcheinander, wie in einem langen Thread in Apples Forum diskutiert wird. Die Zusammenführung des lokal vorliegenden Musik-Kataloges mit der iCloud-Mediathek hat in den geschilderten Fällen Dopplungen bei Musikdateien sowie ausgetauschte und teils unpassende Albencover zur Folge. Einige Nutzer berichten auch von verschollenen Wiedergabelisten und falschen Metadaten.

Das Problem scheint vorrangig bei besonders umfangreichen und handgepflegten Bibliotheken aufzutreten respektive aufzufallen – gerade die Änderung manuell hinzugefügter Metadaten und Albencover sticht in diesem Fall schnell hervor. In bisherigen Tests von Apple Music durch die Mac & i-Redaktion zeigte die iCloud-Mediathek die geschilderten Probleme nicht – mit Ausnahme eines auf dem iPhone geänderten Covers. Danzigs "Mother" wechselte hier vom klassischen Albencover zum Motiv des Soundtracks von GTA San Andreas, der den Titel ebenfalls enthält. In iTunes war weiterhin das richtige Cover eingebunden. Allerdings war unsere Test-Bibliothek nur wenige Tausend Songs groß und manuelle Anpassungen bei Tags oder Covern waren nicht vorgenommen worden.

Betroffene Nutzer können versuchen, den Zustand ihrer Bibliothek mit einer von iTunes automatisch gesicherten Backup-Datei wiederherzustellen: Dafür muss man iTunes schließen, den lokalen iTunes-Ordner öffnen und dort in "Previous iTunes Libraries" navigieren. Die jüngste .itl-Datei vor Aktivierung der iCloud-Mediathek kann dann Abhilfe bringen: Diese verschiebt man eine Ebene höher in das Haupt-iTunes-Verzeichnis und nennt dort die aktuelle "iTunes Library.itl" beispielsweise in "iTunes Library defekt.itl" um. Die hereingezogene Datei muss nun noch als "iTunes Library.itl" deklariert werden. Nach dem erneuten Start von iTunes sollte dadurch ein früherer Zustand wiederhergestellt sein, wie Nutzer in Apples Forum berichten. Vor der Aktivierung der iCloud-Musikmediathek empfiehlt sich in jedem Fall, ein generelles Backup anzulegen.

Apple Music lässt sich größtenteils auch ohne Aktivierung der iCloud-Mediathek nutzen – dann landet natürlich bestehende Musik nicht mehr auf allen anderen Geräten. Für bestimmte Funktionen wie die Offline-Wiedergabe setzt Apple Music die iCloud-Musikmediathek allerdings zwingend voraus.

Die iCloud-Musikmediathek ist nur für bestimmte Funktionen erforderlich

Die neue iCloud-Musikmediathek soll – ähnlich wie bislang iTunes Match – sämtliche Musik des Nutzers auf allen eigenen Geräten zur Verfügung stellen. Darunter fällt auch lokal vorliegende Musik, die nicht im iTunes Store gekauft wurde: Diese Dateien überträgt Apple auf eigene Server und stellt sie dann auf den anderen Geräten zum Abruf bereit. Im Unterschied zu iTunes Match liefert Apple Music diese mit DRM-Schutz aus. Apple betont, diese Funktion sei keinesfalls als Backup für Musikstücke gedacht – denn mit dem Beenden des Abonnements verliert der Nutzer den Zugriff auf diese in der Cloud geparkten Titel. (lbe)