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Apple News: Redaktionelle Auswahl im Vordergrund

Für die mit iOS 9 vorinstallierte Nachrichten-App sucht der Konzern Journalisten, die Inhalte auswählen und Themenseiten zusammenstellen. Apples Opt-Out-Ansatz stößt derweil bei Publishern auf Kritik.

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Apple News auf WWDC vorgestellt

Apple News wurde auf der WWDC vorgestellt – eine neu in iOS 9 vorinstallierte App

(Bild: Apple)

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Redakteure sollen für "Apple News" Nachrichten zusammenstellen. Dies geht aus einer Stellenanzeige des iPhone-Herstellers hervor. Im Unterschied zu Facebooks Instant Articles setzt Apple demnach für die in iOS 9 vorinstallierte App auf eine redaktionelle Auswahl von Inhalten, die dem Nutzer gezeigt wird – statt rein auf Algorithmen.

Der Redakteur soll Apples Stellenanzeige zufolge dafür verantwortlich sein, wichtige "nationale, globale und lokale Nachrichten" sowie bestimmte Themenkategorien zusammenzustellen. Auch eine Zusammenarbeit mit größeren wie kleineren Publishern zählt zu den Aufgaben. Zwar setzt der iPhone-Hersteller seit längerem auf Kuration durch Menschenhand – unter anderem im App Store und bald bei Apple Music. Im Kontext von Nachrichten wirft dies jedoch die Frage auf, ob und welche Inhalte der Konzern möglicherweise ausblendet.

Apple News erlaubt Nutzern, bestimmte Inhalteanbieter und Themen auszuwählen – anschließend präsentiert die App die Artikel in Magazin-artiger Form, ähnlich wie beispielsweise Flipboard. Apple News soll die Interessen des Nutzers dabei schrittweise besser kennenlernen, um möglichst relevante Artikel zu präsentieren – dafür dürfte Apple neben der redaktionellen Auswahl ebenso auf Algorithmen setzen.

Opt-Out statt Opt-In für RSS-Feeds

Apple arbeitet mit verschiedenen Medienunternehmen zusammen, Apple News soll im Herbst in USA, Großbritannien und Australien starten. Der Konzern tritt derzeit auch an kleinere englischsprachige Publisher wie beispielsweise Blog-Betreiber heran und teilt diesen mit, dass ihr RSS-Feed bei Apple News aufgenommen wird, wie der Entwickler Mike Ash berichtet. Mit der Aufnahme sind verschiedene Bedingungen verknüpft: So räumt sich Apple beispielsweise das Recht ein, Werbung neben den Inhalten zu zeigen ohne den Publisher dafür zu vergüten. Zudem soll dieser Apple von allen Ansprüchen Dritter freistellen.

Der iPhone-Hersteller setzt dabei auf ein Opt-out-Verfahren: Seitenbetreiber müssen der Verwendung ihres RSS-Feeds zu den genannten Bedingungen explizit innerhalb weniger Tage widersprechen – sonst wird dieser bei Apple News automatisch aufgenommen. Im Vergleich dazu erscheine "üblicher Lizenzbedingungen-Nonsense geradezu vernünftig", merkt Ash kritisch an.

[Update 16.06.2015 14:05 Uhr] Apples Stellenanzeige ist inzwischen wieder einzusehen, der Link in der Meldung wurde entsprechend geändert. (lbe)