Apple News+: Teurer Aufkauf für Apple

Apple soll rund eine halbe Milliarde US-Dollar an die Ex-Besitzer von Texture zahlen, das die Basis für den Abodienst stellt. Großverlage profitieren.

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Apple News+ gibt's nur für Apple-Geräte

(Bild: Apple)

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Apple lässt sich seinen Einstieg in den digitalen Journalismusvertrieb einiges kosten. Bislang war nur bekannt, dass der Kauf von Texture, das als Grundlage für den neuen Paid-Content-Dienst Apple News+ dient, rund 100 Millionen US-Dollar teuer gewesen sein soll.

Wie nun jedoch die New York Post berichtet, ist dies nur ein kleinerer Teil der Gesamtsumme. In den kommenden Jahren wird das Experiment mit digitalen Zeitschriften und Zeitungen Apple demnach fast eine halbe Milliarde Dollar kosten.

Die besagten 100 Millionen sind demnach nur eine Vorabzahlung zur Übernahme von Texture. Weiterhin soll es jedoch Garantiezahlungen geben, die an die Großverlage Condé Nast, Hearst, Meredith und Rogers Media fließen, profitieren könnte außerdem der Texture-Investor KKR, ein Private-Equity-Unternehmen. Für das erste Jahr sollen 145 Millionen Dollar an die Verlage fließen, für das zweite dann 240 Millionen. Dies seien Minimalbeträge, hieß es. Macht zusammen also mindestens 485 Millionen Dollar.

Aktuell hat Apple News+ rund 300 Magazine im Angebot und kostet in den USA eine Abogebühr von 10 Dollar im Monat, die nach vier Probewochen abgebucht werden. Hinzu kommen einige wenige Zeitungen wie die Los Angeles Times und das Wall Street Journal, wobei der Inhaltezugriff hier oft nur eingeschränkt ist. Als Sahnehäubchen sind zudem einige bezahlte Blogs mit im Paket.

Vor der Meldung der New York Post waren Beobachter eher davon ausgegangen, dass es Apple den Verlagen schwer macht, mit News+ ausreichend Geld zu verdienen. So soll das "Netflix für News" diese angeblich die Hälfte der Erlöse an Provisionen für Apple kosten. Die besagten 10 Dollar Abogebühr werden laut Medienberichten je nach Abruf der Inhalte verteilt. Die nun bekanntgewordenen Garantiezahlungen zeigen jedoch, dass der Service wohl signifikant lukrativer für die Medienkonzerne ist – zumindest jene, die Texture einst besessen haben.

Die deutschen Verlegerverbände hatten Apple News+ für sein Geschäftsmodell kritisiert. "Apple will sich als Mittelsmann zwischen die Verlage und die Leser schieben", warnte so beispielsweise Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), nach der Vorstellung des Dienstes. (bsc)