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Apple News soll "Netflix für Nachrichten" werden

Apple betreibt für seinen hauseigenen Infodienst eine eigene Redaktion – und setzt kaum auf Algorithmen. Im Abo könnten bald diverse Magazine hinzukommen.

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Apple News

Apple News gibt's nach wie vor nur in englischer Sprache.

(Bild: Apples)

Apples Nachrichten-App News, die für iOS und macOS verfügbar ist, könnte demnächst um einen Abodienst mit Zugriff auf bekannte Magazintitel ergänzt werden. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf informierte Kreise. Geplant sei eine Art "Netflix für News", so das Blatt, bei dem Nutzer gegen eine monatliche Gebühr freien Zugriff auf "Dutzende Magazine" hätten. Basis soll der von Apple kürzlich aufgekaufte E-Magazin-Service Texture sein. Derzeit liefen Verhandlungen mit bekannten Zeitungen wie Washington Post, Wall Street Journal sowie New York Times selbst, schreibt das Blatt weiter. Diese sind aktuell nur vergleichsweise teuer zu haben.

Über entsprechende Verhandlungen zwischen Apple und den Verlagen wurde bereits Anfang September berichtet. Apple soll damals argumentiert haben, es gehe Apple auch darum, dem Journalismus adäquate Geschäftsmodelle zu vermitteln. Die Zeitungen selbst reagierten angeblich vergleichsweise kühl, weil sie dann Apple Einnahmeprozente abgeben müssten. Schon jetzt ist es möglich, Abos in der News-App zu verkaufen, dafür verlangt Apple 30 Prozent Provision im ersten Jahr, im zweiten dann 15 Prozent.

Die Nachrichtenanwendung ist aktuell nur in englischsprachigen Ländern verfügbar. Es gibt Redaktionen in den Vereinigten Staaten, in Großbritannien und in Australien. Dabei setzt Apple laut New York Times stark auf eine Kuratierung durch professionelle Journalisten. Es soll damit vermieden werden, dass "Fake News" sich über Apples Plattform verbreiten.

Die Apple-Redakteure lassen sich dabei von Magazinen und Zeitungen auf interessante Stories aufmerksam machen, die dann in der News-App auftauchen; einzelne Geschichten könnten aufgrund der Verbreitung der Apple-Geräte Millionen Zugriffe erhalten. Derzeit verdienten die Verlage mit darin geschalteter Werbung allerdings kaum etwas, da Apple Mediaagenturen weniger Daten zur Verfügung stellen will, als dies auf den Websites der Publisher möglich wäre.

Der neue "Flat Rate"-Nachrichtenservice könnte im kommenden Jahr starten. Apple selbst hat derzeit offenbar nicht vor, einmal eigene Inhalte zu produzieren – stattdessen setzt die Redaktion um die ehemalige New York Magazine-Chefredakteurin Lauren Kern auf das reine Kuratieren. Ihr Chef, Roger Rosner, Apples App-Leiter, meinte, man spreche nicht über Zukunftspläne; Apple soll eine eigene Nachrichtenproduktion aber nicht planen. Auf Nachfrage, ob sich das ändern könnte, antwortete er allerdings: "Wer weiß?" (bsc)