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Apple Pay: Australische Wettbewerbshüter lehnen Apple-Boykott der Banken vorläufig ab

Australische Banken wollen die Verhandlungen über Apple Pay im Verbund führen, sie fordern unter anderem freien Zugriff auf die NFC-Schnittstelle des iPhones. Die Wettbewerbsbehörde hat dies nun in einer vorläufigen Entscheidung abgewiesen.

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Apple Pay

(Bild: dpa, Monica Davey)

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Große australische Banken dürfen nicht im Verbund mit Apple über den Bezahldienst Apple Pay verhandeln, wie die Australian Competition & Consumer Commission (ACCC) in einer vorläufigen Entscheidung am Dienstag mitteilte. Die Bankhäuser wollten die Erlaubnis der Wettbewerbshüter, um kollektiv mit Apple zu verhandeln und den Konzern in Hinblick auf Apple Pay auch gemeinsam boykottieren zu dürfen – um damit ihre Verhandlungsposition stärken.

Die Banken fordern Zugriff auf die NFC-Schnittstelle des iPhones, um eigene Wallet-Apps für ihre Kunden auf den Markt bringen zu können, führt die Behörde auf. Apple lässt dies bislang nicht zu und führt Sicherheitsbedenken an.

Die australischen Banken möchten außerdem erreichen, dass sie die von Apple bei der Apple-Pay-Nutzung berechneten Abgaben weiterreichen dürfen – dies untersage Apple den Apple-Pay-Partnern bislang. Berichten zufolge entrichten Banken in den USA 0,15 Prozent jeder mit Apple Pay durchgeführte Kreditkartentransaktion an den iPhone-Hersteller.

Die Wettbewerbsbehörde könne derzeit nicht sehen, dass die “vermuteten Vorteile des unterbreiteten Vorgehens die wahrscheinlichen Nachteile überwiegen” – ein gemeinsames Verhandeln der Banken könne den Wettbewerb in einer Reihe von Märkten verringern, erklärt die ACCC. Apple hatte zuvor gewarnt, eine derartige Erlaubnis ermögliche den Banken, "ein Kartell zu formen, um kollektiv Geschäftsbedingungen für neue Dienste zu diktieren". Dies schaffe zudem einen "beunruhigende Präzedenzfall".

Derzeit ist Apple Pay in Australien nur für Mastercard-Nutzer einer Bank verfügbar, ein weiterer Zahlungsdienstleister hat inzwischen Unterstützung angekündigt. Die endgültige Entscheidung der Wettbewerbshüter ist erst für März 2017 angesetzt, bis dahin haben interessierte Parteien weiterhin Zeit, ihre Argumente in dem Fall vorzubringen. Die australische Behörde genehmigt in Ausnahmefällen bestimmte sonst als wettbewerbswidrig erachtete Maßnahmen, wenn die Vorteile für Konsumenten dadurch überwiegen. (lbe)