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Apple Pay: Mobil bezahlen mit dem iPhone

Apple will nun auch das kontaktlose Bezahlen revolutionieren: Auf einer Pressekonferenz in Cupertino stellte das Unternehmen seinen neuen Bezahldienst vor.

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Zusammen mit den neuen iPhone 6 hat Apple seinen neuen mobilen Bezahldienst namens Apple Pay vorgestellt, der das bargeldlose Bezahlen mit einem Fingertipp auf den Touchsensor erledigen soll (vgl. Mac & i Liveticker). Der Dienst ist Teil der App Passbook, mit der sich heute schon unter anderem Tickets und Bordkarten verwalten und einlösen lassen. Auf technischer Seite setzt es auf den Kurzstreckenfunk NFC, der in die neuen iPhone-6-Modelle integriert ist.

Eddy Cue erklärt auf der Presseveranstaltung in Cupertino das neue Bezahlsystem Apple Pay, das zunächst nur in den USA startet.

(Bild: Apple)

Teilnehmer können ihre Kreditkarte wahlweise aus dem iTunes-Store hinzufügen oder mit der iSight-Kamera abfotografieren. Kreditkarten-Nummern werden niemals auf Apple-Servern oder auf dem Device gespeichert, versprach Apples Online-Chef Eddy Cue. Den Bezahlvorgang verifiziert man mit Hilfe des im iPhone integrierten Fingerabdruckscanners Touch-ID. Jede Transaktion wird durch eine eindeutige Nummer abgesichert. Laut Eddy Cue erfährt Apple auch nicht, wer was wo gekauft hat und wie viel er dafür bezahlt hat. Der Händler wiederum sieht weder Namen, Kartennummer noch Sicherheitscode.

Apple Pay ist in Passbook integriert, über das man schon heute Tickets, Bordkarten und ähnliches verwaltet und einlöst.

(Bild: Apple)


[Update, 9.9.2014, 21:45 Uhr]

Für das Bezahlen mit dem iPhone 6 muss man weder das Gerät entsperren, noch eine App starten. Es genügt, den Finger auf den Touch-ID-Sensor zu halten und das Gerät in die Nähe des Lesegerätes zu halten. Laut Apple sind alle Zahlungsinformationen verschlüsselt und auf dem iPhone ausschließlich in dem Secure Element Chip M8 im Innern des iPhone sicher gespeichert.

Details wie zum Übertragungsverfahren und Protokoll, ob es sich dabei um einen Standard oder eine proprietäre Lösung handelt und ob der Händler ein neues Lesegerät benötigt, wenn er bereits ein NFC-Terminal besitzt, ließ Apple bislang offen.

Mit der neuen Apple Watch sollen ebenso Bezahlvorgänge möglich sein, zum Beispiel beim Kauf eines Kaffees. Möglicherweise funktioniert das nur mit sehr geringen Beträgen, denn die Uhr verfügt über keinen Touch-ID-Sensor. Und wenn man den des iPhone sowieso braucht, ergibt es wenig Sinn, den Vorgang über die Uhr anzustoßen, außer, dass es vielleicht bequemer ist. Über nähere Details schweigt sich Apple vorerst aus.

[Update, 10.9.2014, 14:30 Uhr]

Für das Bezahlen mit der Apple Watch muss man nicht unbedingt das iPhone 6 besitzen, es reicht auch ein iPhone 5, 5c oder 5s. Den Vorgang stößt man mit einem Doppelklick auf den Knopf unterhalb des Drehrädchens an und hält den Uhren-Screen dann Richtung Lesegerät. Ein taktiles Feedback und ein Ton der Uhr informieren über den erfolgreichen Datenaustausch. Offenbar scannt und verarbeitet das Lesegerät das, was auf dem Schirm erscheint.

Ein Sprecher von Mastercard sagte dem Sender Bloomberg, daß für die Valdierung einer Transaktion mit Apple Pay ein eindeutiger Nachweis (unique credential), ein Fingerprint oder ein Passcode verwendet werden kann. Grundsätzlich wird diesselbe Technik eingesetzt, die man heute schon für Chip-Karten benutzt, statt dem Sicherheits-Chips auf der Karte kommt ein Spezial-Chip auf dem iPhone zum Einsatz.

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Apple Pay startet ab Oktober zunächst in den USA in Zusammenarbeit mit American Express, Mastercard und Visa. Man soll bereits 220.000 Bezahlstationen nutzen können.

Was macht die Konkurrenz?

Firmen wie Google, Paypal, Deutsche Telekom, Vodafone und Kreditkartenanbieter wie Mastercard und Visa sind längst auf den Zug "kontaktloses Bezahlen" aufgesprungen; in der breiten Masse angekommen ist das Angebot bislang aber nicht. Gerade Deutschland gilt in dieser Hinsicht als konservativ – bis der von den meisten Anbietern verwendete Kurzstreckenfunk NFC akzeptiert ist, wird es eine Weile dauern. Die Zurückhaltung auf Nutzerseite wiederum lässt den Ausbau der nötigen Kassenterminals stocken. Von den etwa 800.000 bei deutschen Händlern installierten Terminals sind gerade einmal um die 35.000 NFC-fähig. An den Smartphones liegt es weniger, zahlreiche Android und Windows-Phone-Handys haben NFC eingebaut, das iPhone zieht jetzt erst nach.

Die Deutsche Telekom hat Anfang des Jahres in Zusammenarbeit mit Mastercard und ClickandBuy ihre digitale Brieftasche MyWallet in Deutschland gestartet, die sich nicht nur zum kontaktlosen Bezahlen, sondern auch für digitale Coupons von Lebensmittelhändlern und demnächst auch für Tickets, Fahrscheine und Bonuskarten eignen soll. Voraussetzung ist ein Mobilfunkvertrag bei der Telekom und NFC-Technik, diese kann man mit einem Sticker auch nachrüsten. (thk)