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Apple-Rechenzentrum beheizt dänische Wohnungen

In der Region Jutland entsteht derzeit ein großes iCloud-Datacenter. Überschüssige Energie geht als Wärme an Haushalte.

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Apple-Rechenzentrum beheizt dänische Wohnungen

Das Apple-Rechenzentrum entsteht in der Nähe von Viborg.

(Bild: Naveen Kadri / Wikipedia / cc-by-sa-3.0)

Apple plant für sein neues Rechenzentrum in der Nähe der dänischen Stadt Viborg in Jutland verschiedene neuartige Verfahren einzusetzen, um die Anlage zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie zu betreiben. So ist in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern auf dem Campus Viborg der Universität Aarhus ein Projekt geplant, bei dem Bioenergie auf Bauernhöfen gewonnen wird – und überschüssige Wärme aus dem iCloud-Datacenter zur Versorgung von Haushalten mit Heizenergie dient.

Das Projekt mit den Aarhus-Forschern nutzt spezielle Digester-Systeme, die aus auf den Farmen anfallender Biomasse Methan gewinnen, das sich wiederum zur Energieerzeugung nutzen lässt. Nach dem Prozess zurückbleibende Stoffe lassen sich als Dünger nutzen. Das Rechenzentrum benötigt außerdem keine Backup-Generatoren, da es in geringer Entfernung zu einer der größten Umspannanlagen Dänemarks liegt. Apple will so Emissionen durch Dieselabgase vermeiden, die bei Tests anfallen würden.

Die im iCloud-Datacenter anfallende Wärmeenergie soll nicht ungenutzt verpuffen. Sie soll aufgefangen und in lokale Fernwärmesysteme geleitet werden, um Haushalte in Viborg und Umgebung zu versorgen. Dies macht das Rechenzentrum noch etwas wirtschaftlicher.

Insgesamt will Apple in Europa mindestens 1,7 Milliarden Euro in Rechenzentren investieren. Neben Dänemark ist auch ein Standort in Irland in Planung. Allerdings hatten sich die Arbeiten zuletzt verzögert, so gab es in Irland Kritik am Umweltschutzkonzept, da für die dortige Anlage Bäume gefällt werden müssen. Apple plant als Ersatz eine Aufforstung.

"Dieses signifikante neue Investment repräsentiert das bis heute größte Projekt von Apple in Europa", erklärte Apple-Chef Cook bei der Bekanntgabe der Projekte. Sein Unternehmen werde dadurch "hunderte" regionale Arbeitsplätze schaffen sowie "fortschrittlichste umweltfreundliche Gebäudekonzepte" einführen. (bsc)